Im Raum mit Virginia Thrun: Vereinbarkeit, Motherhood Penalty, Reverse Recruiting – Wie gelingt echte Vereinbarkeit?
Shownotes
Was passiert mit der Karriere, wenn Frauen Mütter werden? In dieser Folge spreche ich mit Virginia Throon, Gründerin von Momhunting und Oceans Million, über Teilzeit, Altersarmut und die strukturellen Hürden, die Mütter am Arbeitsmarkt benachteiligen. Wir reden darüber, warum klassische Vollzeitmodelle neu gedacht werden müssen, welche Kompetenzen Elternschaft stärkt und wie Unternehmen flexible Arbeit wirklich ermöglichen können. Außerdem geht es um gesellschaftliche Vorurteile, politische Stellschrauben und darum, warum auch Väter für mehr Vereinbarkeit kämpfen. Denn Veränderung braucht nicht nur Politik – sie beginnt in Unternehmen und im Alltag.
Momhunting
Oceans Million
Virginia's LinkedIn:
https://www.linkedin.com/in/virginiathrun/
Copyright Coverbild: Petra Herbert
Transkript anzeigen
00:00:05:
00:00:06: Hallo zusammen und herzlich willkommen zurück zu einer neuen Folge im
00:00:11: Raum.
00:00:12: Heute bin ich im Raum mit Virginia Throon, sie ist Gründerin und Geschäftsführerin von Marmhunting & Oceans Million.
00:00:20: Sie ist selbst Mutter und hat auch den Wiedereinstieg in Teilzeit nach der Elternzeit durchlaufen.
00:00:31: Welche Schwierigkeiten und strukturellen Ungleichheiten dabei eigentlich bestehen hat sie allerdings erst viele Jahre später so wirklich realisiert?
00:00:38: Jetzt arbeitet sie vor allem daran, Mütter und Unternehmen die für eine flexible Vereinbarkeit von Familie- und Karriere stehen zusammenzubringen.
00:00:48: Wir sprechen genau über dieses Thema – über die Vereinbartheit von Familie & Karrieren, über die strukturale Benachteiligung von Frauen aber insbesondere Müttern am Arbeitsmarkt!
00:00:59: Aber auch darüber, was Unternehmen besser machen können und teilweise auch schon tun?
00:01:03: Ebenso wie das, was in der Politik passieren muss.
00:01:07: Ich glaube die Folge ist nicht nur spannend für alle Mütter und Frauen da draußen – gerade auch alle Männer möchte ich ermutigen dran zu bleiben!
00:01:15: Denn der Wandel kann nach wie vor nicht nur aus der Politik herauskommen sondern braucht auch immer gesellschaftlichen Druck, der dann wiederum Unternehmen in Bewegungen bringen kann….
00:01:26: Ich habe jetzt aber genug geredet und würde sagen, wir starten direkt rein in die Folge mit Virginia.
00:01:33: Danke dir für deine Zeit, Virginia!
00:01:35: Ja danke
00:01:35: auch für die Einladung.
00:01:37: Ja, Virginia ich hab zum Einstieg von meinem Podcast immer eine kleine Einstichsfrage dich jedem Gast stelle In welchem Raum befindest du dich denn gerade?
00:01:46: Ich befinde mich in meinem Safe Space zu arbeiten, in meinem Arbeitszimmer Zuhause.
00:01:51: Safe
00:01:52: Space ist sehr wichtig.
00:01:53: Der Raum hier ist ja nicht nur der Titel des Podcasts, sondern es soll ja genau so ein Space, so einen Raum auch bilden.
00:02:00: Wir sprechen heute gemeinsam über das Thema Vereinbarkeit von Familie und Karriere vor allem aus der Perspektive der Mutter dass da ja schon noch sehr viele Ungleichheiten gibt und du da beruflich sehr involviert
00:02:14: bist.
00:02:15: Und
00:02:16: genau, du selbst warst ja auch betroffen.
00:02:18: Du bist ja Selbstmama, du warst lange selbst tätig in Konzernen über elf Jahre.
00:02:23: Hast dich dann selbstständig gemacht?
00:02:27: Jetzt wird mich einmal zum Einstieg ein bisschen an der persönliche Geschichte zu dem Thema interessieren.
00:02:32: also wie war der Moment für dich zwischen den Jobs als du das erste Mal in die Elternzeit gegangen bist?
00:02:40: Was hattest du vielleicht für Ängste, die damit verbunden waren?
00:02:42: Kannst du uns davon ein bisschen erzählen.
00:02:44: Super gerne!
00:02:46: Also am Ende kam alles anders als gedacht wie es immer so ist im Leben.
00:02:50: Ich war vorher vielleicht einmal ein bisschen um Kontext zu geben ich war extrem, Karriere, CV orientiert, war in einem sehr leistungsorientierten Umfeld und bin so ein bisschen groß geworden auch im Konzern Und das glaube ich im Nachgang, dass es ein sehr wichtiger Meilenstein war und der mich sehr geprägt hat.
00:03:09: Ich war bevor ich selbst Mutter geworden bin Führungskraft eines fast reinen Mütterteams in einem sonst nicht eltern Kontext.
00:03:16: Das sage ich bewusst so weil das ein größerer Bereich war an dem ich Führungskraft war.
00:03:21: Der Bereich war aufgeteilt in unterschiedliche Unterabteilungen und die Abteilungen die ich geleitet habe Die Bestand hast du schließlich aus Müttern.
00:03:29: Und die anderen Abteilungen, meine Co-Führungskräfte und meine Peers hatten halt keine Mütter in jedem Team.
00:03:36: Dadurch hatte ich schon eine gewisse Sonderrolle und dankenswerterweise auch sehr wertvolle Einblicke im Struggle der damit einhergeht.
00:03:47: Sowohl aus der Müttherperspektive als ich habe ganz viel gelernt darüber... welche Spannungsfelder sich auftun aus Mütterperspektive, aber halt auch aus Arbeitgeber- und Führungskraftperspektiven.
00:03:57: Also das war vorab ein super wichtiger, eine ganz wichtige Erfahrung für meinen eigenen Werdegang.
00:04:04: Und dann bin ich irgendwann selbst Mutter geworden und bin zu meiner eigenen Überraschung tatsächlich zwei Jahre weg gewesen also mit Resturlaub, mit allem drum und dran.
00:04:14: Also deutlich länger.
00:04:15: hättest du mich vorher gefragt, wenn du irgendwann mal Mutter wirst?
00:04:18: Das stand für mich übrigens schon immer fest.
00:04:21: Seitdem ich klein war, fest, dass ich irgendwann Mama werden will.
00:04:25: Weil ich einfach glaub ich schon immer irgendwie dieses Mama-Herz in mir getragen habe und ich einfach Kinder schon immer geliebt habe und da so einen ganz starken Kinderwunsch in mir gespürt habe.
00:04:34: Und dann bin ich selbst Mama geworden und hab gemerkt Ich gehe hier total auf in dieser Mama-Bubble und ich möchte das genießen.
00:04:40: Ich möchte die Zeit aussaugen und mich zieht es nicht zurück.
00:04:44: Ich muss aber dazu sagen, ich hatte auch eine sehr privilegierte Situation, die es mir erlaubt hat diese Entscheidung so zu treffen.
00:04:52: Zwei Gründe, einmal hatte ich einen Vorgesetzten der selbst Papa war mit dem ich schon jahrelang zusammengearbeitet habe, der genau wusste auch was er an mir hat und der gesagt hat Ich halt dir den Platz solange frei wie du willst Du kommst wieder wann du willst und mit wie vielen Stunden du willst.
00:05:07: Das entscheidest du komplett allein.
00:05:09: Im Nachgang weiß ich mega privilegierte Situation.
00:05:12: Damals war ich auch dankbar.
00:05:14: Auf der anderen Seite weiß ich auch Er ist jetzt nicht Mutter Theresa gewesen sondern er wusste sehr genau was er bekommt.
00:05:20: Aber trotzdem ist das im Vergleich zu vielen anderen Müttern eine mega privilegierte Situation gewesen.
00:05:27: Und dann der zweite Grund und auch das es ein Privileg, ich hatte einen Mann zu Hause, der das mitgetragen hat, der dass auch finanziell mitgetragen hat so dass wir nicht darauf angewiesen waren, dass ich jetzt super schnell wieder zurück in den Job muss.
00:05:39: Ich muss aber dazu sagen was ich damals nicht auf dem Zettel hatte und wo ich einfach selbst nicht aufgeklärt genug war und mich auch selbst nicht ausgeklärt habe Das ist das ganze Thema Altersarmut.
00:05:52: Ich habe quasi in der Zeit ja auch null in meine Altersvorsorge eingezahlt und ich bin in diese klassische Falle getappt, in die glaube ich alle oder die meisten Mütter gehen und es sind einfach noch immer die meisten häufigsten Modelle, die gelebt werden.
00:06:06: Man arbeitet in Vollzeit, Frau geht automatisch in Teilzeit.
00:06:11: Ich bin auch zurückgekehrt nach meiner ersten Elternzeit mit sechzig Prozent also ich hab' mit vierundzwanzig Stunden dann quasi mein alten Job gemacht.
00:06:20: Und das ist aus meiner Sicht der größte Fehler, denen die meisten Unternehmen machen auch die Mütter selbst, dass sie irgendwie versuchen – Sie kennen ja nur den alten Job von vor den Kindern und sie versuchen in diese alte Rolle zurückzukehren und das dann in deutlich weniger Stunden zu pressen.
00:06:40: Das geht auf lange Zeit nicht gut.
00:06:43: Hundertprozentig nicht!
00:06:45: Also es geht zumindest auf Kosten der Mütter, sowohl was natürlich Renten-Vorsorge angeht.
00:06:52: Altersarmut stichwort ist leider ja sehr weiblich besetzt.
00:06:55: das Thema und das hat ganz stark etwas damit zu tun mit dem Thema Teilzeit aber auch mentale Gesundheit und auch physische Gesundheit die extrem darunter leidet.
00:07:04: also ich kenne super viele Frauen die einfach auch jahrelang nicht zum Arzt gehen weil sie sich nicht die Zeit dafür nehmen um Vorsorgetermine wahrzunehmen.
00:07:13: Wenn du jetzt sagst, du warst dir selber dessen damals noch gar nicht so wirklich bewusst.
00:07:19: Wann kam denn für dich dieses Bewusstsein?
00:07:21: Also kam das dann mit dem Wiedereinstieg in Teilzeit so ein bisschen oder tatsächlich auch erst dann mit der zweiten Elternzeit?
00:07:27: oder wo war bei dir der Punkt dass du genau irgendwie auch aus dieser persönlichen Erfahrung also erstmal selbst die Realisierung hattest, der problematisch und dann auch aus deiner persönlichen Erfahrungen diese Mission gezogen hast warum du dich selbstständig gemacht
00:07:43: hast.
00:07:46: Also der Grund oder was hat mich dazu angetrieben zu gründen und mich diesem Thema zu widmen, um das auch zu meinem Business Baby zu machen?
00:07:54: Das war jetzt gar nicht aus dieser Situation heraus.
00:07:58: dass ich verstanden hätte was für ein Problem Teilzeit wäre.
00:08:01: Das habe ich ehrlich gesagt erst später verstanden kann gleich nochmal kurz darauf eingehen.
00:08:05: Aber der Hauptgrund, warum ich mich diesem Thema widmen wollte mit meinem Business Baby und diese Mission ins Leben gerufen habe.
00:08:13: Und wirklich gesagt habe, ich möchte da was verändern in der Arbeitswelt?
00:08:17: Ich hab einfach gemerkt dass in dem Moment wo Frauen Mütter werden das sie irgendwie unsichtbar werden.
00:08:23: also ich weiß nicht wie viele Frauen du kennst wenn du im Unternehmen arbeitest und ich kenne so viele Frauen als ich habe in einem Unternehmen gearbeitet das relativ frauenlastig war Aber halt nur bis zu einem bestimmten Level.
00:08:36: Und jetzt weiß ich mit der Brille von heute, weil ich sehr viele Einblicke auch in anderen Unternehmen habe und die Zahlen genau das ist das Problem.
00:08:45: Genau deshalb haben wir auch so wenige Frauen in Führungspositionen deswegen haben wir so viele Männer in Vorständen mehr Männer mit dem Vornamen Thomas Christian etc.
00:08:55: als Frauen insgesamt.
00:08:56: also genau das sind die Themen weil da der Cut passiert wirklich dieser neureigische Punkt, an dem Karrieren auseinander gehen zwischen Frauen und Männern.
00:09:06: Und meine große Mission ist das Lücken zu schließen.
00:09:09: und eine Lücke möchte ich mit meinem Handling schließen nämlich die karriere Lücke zwischen Männern und Frauen.
00:09:16: Und um nochmal ganz kurz deine Frage aber zu beantworten wann habe ich das verstanden?
00:09:19: Ich hab das tatsächlich erst Jahre später verstanden als ich angefangen habe mich im Rahmen von Marmhanting jetzt auch viel mehr natürlich in den letzten Jahren mit Studien zu befassen, mit der Realität.
00:09:30: Ich weiß nicht wie es dir geht aber ich hätte hundertprozentig bevor ich selbst Mutter geworden bin gesagt die sind doch längst alle schon gleichberechtigt.
00:09:37: Hätte ich unterschrieben, hätte gesagt naja diese Alli schwarzer Dekade ist doch vorbei und wir befinden uns in einer ganz anderen Zeit und haben ganz andere Themen und de facto In den letzten Jahrzehnten haben wir uns nicht viel bewegt.
00:09:53: Es wirkt so, aber es ist leider nicht
00:09:55: so.".
00:09:55: Ja ich glaube das ist ganz oft das Problem, dass nur weil gleiche Rechte auf dem Papier da sind heißt das ja nicht, dass es auch in der Umsetzung genau Gleichberechtigung schafft?
00:10:07: Ich glaub' das ist ja ganz oft der Mythos!
00:10:12: Natürlich man sieht das noch...ich habe jetzt natürlich im Vorbereitung auf diese Folge auch ein bisschen Recherche betrieben.
00:10:17: und Der Gender Pay Gap, also die Lücke zwischen Bezahlungen für gleiche Tätigkeit.
00:10:23: Also wir sprechen jetzt mal über den Bereinigten.
00:10:25: Für gleiche Tatigkeit bei gleicher Qualifikationen zwischen Männer und Frauen, der existiert ja immer noch.
00:10:31: Er liegt inzwischen bei etwa sechs Prozent.
00:10:34: Es ist aber eben – und hier kommt der Punkt – die Mutterschaft, die da wirklich so ein Wendepunkt kreiert.
00:10:41: Das fand ich wirklich schon fast erschreckend dass zwischen unter dreißigjährigen verdienen die Mütter, siebzig bis achtzig Prozent weniger als Väter.
00:10:53: Während das bei Leuten, die kinderlos sind im selben Alter bei unter fünf Prozent liegt.
00:10:58: also da ist ja wirklich so dieser Knackpunkt genau weshalb wir darüber auch heute sprechen was ich wirklich krass finde.
00:11:05: Ich glaube das ist natürlich das große Thema dass du schon angesprochen hast die Teilzeit und ich meine es ist ja auch irgendwie.
00:11:15: Du hattest jetzt gesagt, dass Teilzeit ein großes Problem ist.
00:11:18: Ist es aber nicht auch teilweise ein gutes Modell um Müttern überhaupt zu ermöglichen in die Arbeit zurückzukehren?
00:11:27: Also viele könnten vielleicht Vollzeit gar nicht machen wegen der Carearbeit, die immer noch hauptsächlich bei den Frauen liegt – was natürlich an sich auch schon ein Problem ist!
00:11:37: Kannst du für mich mal so ein bisschen, weil du jetzt vorhin gesagt hast das ist ein großes Problem.
00:11:41: Aber ein bisschen die Teilzeit ... Das Teilzeitarbeitsmodell Einordnen inwiefern dass vielleicht auch seine Benefits hat aber wie man das dann vielleicht auch modifizieren müsste was da so die Stellschrauben sind die das problematisch machen?
00:11:54: Also hundertprozentig korrekt was du sagst.
00:11:57: es ist nicht so dass ich per se sagen würde Teilzeit sei schlecht weil damit würde man Automatisch, wenn man das einführen würde.
00:12:04: Wenn man jetzt sagen würde, man bietet gar keine Teilzeitmodelle mehr an dann würde man viele Millionen Frauen aus der Erwerbstätigkeit ausschließen.
00:12:14: Das hätte auch wirtschaftlich, volkswirtschaftlichen massiven Impact Hat es jetzt schon aber noch mehr.
00:12:21: Also ich bin nicht per se gegen die Teilzeit.
00:12:24: Ich bin eigentlich eher gegen die klassische Vollzeit Die hundertprozent Präsenz erfordert und Die eigentlich, und da müssen wir jetzt einfach mal Butter bei die Fischre, wie wir hier in Hamburg sagen.
00:12:37: Die wurde gemacht von Männern für Männer weil Frauen auch noch gar nicht so lange im Wirtschaftsleben, im Karriereleben stattfinden als Männer.
00:12:47: also ich weiß nicht ob dir bewusst ist dass Frauen erst seit mit den häuslichen Pflichten und den familiären Pflichte vereinbaren lässt.
00:13:02: Wer bestimmt denn darüber?
00:13:03: Ja, das ist wirklich krass!
00:13:07: Es hat eine Historie und
00:13:09: wie gesagt
00:13:10: Frauen dürfen noch gar nicht so lange wenn man es so sieht auf eigenen Wunsch und selbstbestimmt arbeiten.
00:13:17: wir sind gerade in einer anderen Ära natürlich und das sind schon einige Jahrzehnte aber diese klassischen Karrieremodelle die wurden weiterhin von Männern für Männer gemacht denen der Rücken freigehalten wurde, von Frauen zu Hause.
00:13:30: Das heißt sie konnten sich zu hundertfünfzig Prozent auf ihre Karriere fokussieren Sie konnten reisen, sie konnten an allen Meetings teilnehmen, sie konnte an allen Abendessen teilnehmen.
00:13:41: und seien wir mal ehrlich wo werden die Deals gemacht?
00:13:43: Wo werden Entscheidungen getroffen?
00:13:44: das findet nicht am Vormittag in einem Teamsmeeting unbedingt statt.
00:13:51: auch aber meistens werden die deals gemacht wenn es mehr in so einem Socializing-Kontext ist, also auch vor allem, wenn es Abendveranstaltungen sind oder am Wochenende oder gemeinsame Geschäftsreisen wie immer.
00:14:06: Also Sichtbarkeit ist ein unfassbar wichtiges Thema und das ist aus meiner Sicht der größte Knackpunkt, wenn man zum Beispiel in einem Arbeitsmodell arbeitet wenn man irgendwie fünfzehn oder zwanzig Stunden in der Woche arbeitet und auch ich mit meinen vierundzwanzig Stunden.
00:14:23: Also, ich kann da auch aus eigener Erfahrung berichten.
00:14:25: Ich habe dann nach ein paar Monaten... ...ich hatte damals einen Arbeitskollegen, mit dem ich mich immer sehr ehrlich ausgetauscht habe und aus einer anderen Abteilung und hab gesagt, gib mir mal bitte Feedback.
00:14:35: Wie nimmst du mich jetzt?
00:14:35: Nach der Elternzeit war siehst du den Unterschied zuvor her.
00:14:38: Mir ist das wichtig, dass wir zu hören von
00:14:40: dir.".
00:14:41: Da sagt er alles super!
00:14:43: Du machst mindestens genauso guten Job hier vorher aber Du bist irgendwie nicht sichtbar und deine Projekte sind nicht so sichtba.
00:14:52: Und du musst irgendwie versuchen, die Projekten, die du sichtbarmachst ... Du musst dir die Projkte raussuchen und die Sichtbar machen, die groß sind und nicht an diesen kleinen Arbeiten.
00:15:02: Das ist ja genau der Punkt weil wenn du so wenige Stunden arbeitest schaffst du es gerade operativ alles wegzuarbeiten um deinem Job gerecht zu werden und dem eigenen Anspruch, der uns übrigens meistens im Weg steht.
00:15:17: Aber das Schwierige ist ja dann darüber hinaus wirklich bei diesen Leuchtturmprojekten sichtbar zu sein.
00:15:23: Und da es aus meiner Sicht Aufgabe der Arbeitgebenden, das ist eine Frage von Führungskultur – wir reden hier auch nicht über Kinderbetreuungsmodelle ausschließlich, weil ich glaube, dass es der größte Irrglaube, dass ein Unternehmen nur familienfreundlich sein könnte oder vereinbarkeitsfreundliche, wenn er seine Betriebskita anbietet und wenn er die Kinderbetreuerung übernimmt.
00:15:47: Das erwarten die Mütter auch gar nicht.
00:15:50: Das ist natürlich ein super komplexes Thema und natürlich ist das eine Rahmenbedingung, die gesichert sein muss weil wenn die Kinder nicht betreut werden dann ist Arbeit ja nicht möglich du kannst sie ja nicht alleine zu Hause lassen.
00:16:03: Und ich weiß dass das in Deutschland nicht flächendeckend gleich gelöst ist und gerade zum Beispiel in Süddeutschland da echt ein Thema für die Mutter ist wenn die um zwölf Uhr ihre Kinder abholen müssen Weil es auch gesellschaftlich nicht anerkannt ist, dass sie bis achtzehn Uhr in der Kita bleiben.
00:16:20: Das ist natürlich hier bei uns in Hamburg ein ganz anderer Schnack.
00:16:23: aber auch hier übrigens habe ich herausgefunden das hat die zweite Bürgermeisterin Katharida Fegebank letztes Jahr bei einem Event gesagt Auch in Hamburg haben wir trotz einer sehr guten Betreuungsstruktur Die auch bis in die späten Abendstunden geht Haben wir viel zu viele Mütter die in Teilzeit arbeiten Weil es halt noch so ein kulturelles Thema ist oder weil es halt irgendwie alle so machen.
00:16:47: Und dann trauen sich zu wenige Frauen, sozusagen hat auch viel mit diesem Thema Rabenmutter zu tun wie man sich selbst sieht, Marmen gilt und also wie gesagt super vielschichtiges Thema.
00:16:59: aber das nur einmal um es einzuordnen ich bin nicht per se Ich bin gegen die klassische Vollzeit, ich bin für eine flexible Vollzeit oder flexibles Vollzeit Nahesarbeiten.
00:17:10: Wir haben über fünf Tausend Frauen bei uns auf der Plattform, die beantworten sehr viele Fragen wenn sie sich registrieren und wir fragen alle Frauen was Sie sich von einem vereinbarkeitsfreundlichen Arbeitgeber wünschen oder was Sie erwarten?
00:17:22: Und ich kann dir sagen an Aller erster Stelle steht das Thema Flexibilität.
00:17:29: Und Flexibilitet ist ja auch ein sehr dehnbarer Begriff, was heißt das dann konkret?
00:17:33: Am Ende heißt es... Ich kann einen gewissen Part fix planbar zusichern als Mutter.
00:17:41: Keine Ahnung.
00:17:42: Neun bis vierzehn Uhr.
00:17:44: Fixplanbar!
00:17:45: Du kannst mich in Meetings einplanen ich bin vor Ort du kannst dich auf mich verlassen aber darüber hinaus brauche ich Zeitsofirinität Und die brauche ich, damit ich das vereinbaren kann.
00:17:55: Sonst funktioniert es einfach nicht und dann kann ich aber auch richtig fliegen wenn du mir das
00:17:59: gibst.".
00:18:00: Ja, ich glaube dass ist auf jeden Fall interessant weil für mich als junge Person unabhängig davon ob das jetzt Mutter sein ist oder nicht sind das sogar Ansprüche?
00:18:11: Die... Ich weiß dann kommen wir wieder zu einem Thema, die jungen Gleunze wollen ja alle vier Tage Woche und nicht mehr arbeiten.
00:18:17: Aber das ist ja eigentlich gar nicht nur so ein Thema Das Mütter fordern, sondern das ist würde ich fast sagen eher eine neue Generation des Arbeitens.
00:18:25: Dass man sagt hey wir haben Kernarbeitszeiten außerhalb dessen die Flexibilität und es ist ja auch nachgewiesen.
00:18:31: Und das trifft er jetzt nicht nur auf Mütter zu, sondern es ist wirklich nachgewiesene dass die Produktivität auch steigert also steigt wenn man arbeiten kann.
00:18:39: zu den Zeiten die man sich selbst setzt wo man selbst weiß okay jetzt habe ich gerade keine Ablenkung bei Müttern ist es dann vielleicht einfach auch das Muttersein die Kinder und deswegen ist es auf jeden Fall Richtig wichtig.
00:18:50: Ich fand also das Thema, was du gerade angesprochen hattest mit ja dass man schnell als Rabenmutter gesehen wird ich hatte mir das auch aufgeschrieben darüber zu sprechen so ein bisschen diese Doppelmoral auch die da besteht ich selbst bin keine Mutter hab im Umfeld auch sehr wenige.
00:19:06: bisher habe aber im Vorhinein war ich doch irgendwie in unser Gespräch ein bisschen auch persönliche Perspektiven einbringen möchte Mit Freundinnen von mir gesprochen Und da war zum Beispiel das auch ein Thema.
00:19:20: Also, da ging es jetzt auch außerhalb vom Arbeitskontext.
00:19:23: aber wenn der Vater mal morgens um acht mit dem Kind beim Spazieren gesehen wird dann wird er total gelobt und es wurde trotzdem noch gefragt wo denn eigentlich die Mama
00:19:32: ist?
00:19:33: Und so ist es ja in der Arbeitswelt eben auch, wenn ein Mann mal in Elternzeit geht oder als Hausmann zu Hause bleibt.
00:19:39: Es ist sehr total revolutionär und wird gefeiert.
00:19:43: Und genau was du gesagt hast stattdessen, wenn eine Frau in Vollzeit arbeiten geht, dann ist direkt dieser Rabenmutterstempel drauf?
00:19:50: Ist das rein ein gesellschaftliches Stigma, dass wirklich rein aus der Gesellschaft gesetzt wird?
00:19:58: Oder würdest du sagen gegen... Dieses Prinzip könnte man auch politisch Rahmenbedingungen schaffen, die das dann vielleicht ein bisschen abbauen.
00:20:08: Beides!
00:20:10: Also ja es ist hundertprozentig ein westdeutsches und das muss man sagen... Das ist nämlich in Ostdeutschland komplett anders.
00:20:17: Da haben die Frauen also früher eine DDR, haben sie Frauen arbeiten müssen Und ich kenne wirklich viele Frauen, die aus Deutschland kommen, die sagen Ich verstehe überhaupt nicht worüber ihr redet Dieses Vereinbarkeits-Thema, das haben wir gar nicht.
00:20:31: Für mich war es völlig normal, dass meine Mutter in Vollzeit gearbeitet hat.
00:20:35: bei uns arbeiten alle Frauen und das wird gar keine Frage gestellt.
00:20:38: Und es ist ein westdeutsches Problem.
00:20:43: Ja, es ist krasses gesellschaftliches kulturelles westdeutches Problem.
00:20:48: oder vielleicht einen Beispiel noch um das zu untermauern?
00:20:50: Ich habe mal ein Podcast gehört.
00:20:52: ich meine Das war Fasting Curious und ich glaube Verena Pauster hat erzählt da ging's auch nur auf Thema Vereinbarkeit.
00:21:00: Da wurde dann darüber berichtet, dass es einen Kita-Leiter aus Brüssel gab.
00:21:04: Wo ja wirklich sehr viele Nationalitäten zusammenkommen und der das schon seit sehr vielen Jahren dort macht diesen Job Und er hat gesagt keine andere Nationalität geht so mit diesem Thema Fremdbetreuung um und so negativ konnotiert wie die deutsche Mutter, wenn sie ihr Kind in die Kita bringt, die fast nicht loslassen möchte.
00:21:27: Weil sie das Gefühl hat, sie bringt ihr Kind gefühlt in eine Hölle.
00:21:30: Das ist jetzt mit meinen Worten wiedergegeben aber sinngemäß.
00:21:33: Sie verlässt ihr Kind im Stich.
00:21:43: Und das ist ja überhaupt nicht so.
00:21:44: Also Fremdbetreuung ist für Kinder auch ein Segen und wenn sie mit anderen Kindern zusammen sind in diesem sozialen Kontext, was sie alles lernen und wie Sie auch betreut werden, wie Sie bespielt werden vor allem, was Sie in dieser ganzen Gruppe lernen – das kann man zu Hause gar nicht leisten!
00:22:01: Und Fremdsbetreuungen ist nichts Negatives.
00:22:04: also bestimmt gibt es leider auch negative Ausnahmen.
00:22:06: aber ich sage jetzt mal im Großen und Ganzen haben wir schon eine sehr gute Betreuungssituation und gute Qualität Und es ist ganz viel in den Köpfen der Mütter und das ist so ein gesellschaftlich kulturell, ganz tief verankertes Problem.
00:22:19: Also auch dieser Begriff Rabenmutter, den gibt's glaube ich nur in der deutschen Sprache.
00:22:26: Und dann aber was kann die Politik dagegen tun?
00:22:29: Diverse Maßnahmen, aber eine wäre zum Beispiel – und das macht Skandinavien sehr gut – das ganze Thema Individualbesteuerung.
00:22:40: Aktuell ist es ja so dass wir das Ehegattensplitting haben.
00:22:43: Es geht, dass dieses Ehegattensplittingmodell und Besteuerungsmodell ist darauf ausgelegt.
00:22:49: Dass es eine Person gibt die viel verdient und eine andere ganz wenig verdient.
00:22:54: Und in der Regel sind jetzt die Männer, die vielverdienen auch unter anderem aufgrund des Pay Gaps.
00:22:58: also auch da einmal real talk wenn du Familie gründest als... als ein Paar, dann guckt man sich natürlich auch die finanzielle Situation an.
00:23:07: Und dann schaut man okay für wen macht es mehr Sinn?
00:23:11: Der Mann verdient ja mehr.
00:23:12: logisch, da bleibt der Mann in Vollzeit.
00:23:14: das bringt uns allen mehr und das kann man niemandem vorwerfen.
00:23:18: Das ist aber auch eventuell die Möglichkeit gäbe dass beide in Achtzig-Prozenten arbeiten was Vollzeit nah wäre.
00:23:24: Das ziehen leider noch die wenigsten in Erwägung und ich kann dir aber auch leider sagen einen schönen Trend bei den jüngeren Männern?
00:23:33: Also dann wahrscheinlich so deine Generationen, die nämlich ganz klar sagen sie möchten gerne mit ihren Partnerinnen sich die aktive Elternschaft aufteilen.
00:23:41: Sie möchten Teil haben daran und sie möchten dafür beruflich zurückstecken und auch in Teilzeitmodellen arbeiten.
00:23:48: Und Teilzeit heißt ja nicht immer fünfzig Prozent.
00:23:50: das ist auch ein Mythos dass irgendwie alle denken Teilzeit sei die Hälfte der Arbeitszeit.
00:23:53: also Teilzeit kann auch für nur neunzig Prozent sein.
00:23:56: es hat alles unter hundert Prozent.
00:23:59: Und die Männer, die bekommen noch mehr Diskriminierung zu spüren.
00:24:04: Ganz häufig.
00:24:06: Ich habe Männer bei mir auf der Marmenhandling-Plattform, die sich ein Marmeprofil anlegen weil sie die Hoffnung haben dass sie über uns an einen Job kommen, der ihnen Vereinbarkeit ermöglicht.
00:24:17: Wow okay das ist wirklich krass!
00:24:20: Das wäre jetzt meine nächste Frage gewesen.
00:24:23: Mein Beispiel gerade war ja so aus der gesellschaftlichen Perspektive, dass die Männer sich dann dafür entscheiden doch sich um die Kinder zu kümmern.
00:24:30: Gesellschaftlich oft eher hoch gelobt werden aber aus Unternehmensperspektiven ist es dann wirklich das Gegenteil.
00:24:37: Komplett gebäscht
00:24:39: also komplett regelvoll wenn du als Vater sagst du willst länger als diese paar Wochen oder zwei Monate Elternzeit nehmen.
00:24:48: Ich kenne leider sehr, sehr viele Fälle bei denen danach das Thema Karriere durch war.
00:24:51: Die wurden komplett degradiert und es wird leider in den meisten Fällen – und das ist aus meiner Sicht das größte Missverständnis was zu diesem Dilemma führt, was wir in Deutschland haben – reduzierte Arbeitszeit oder mehr Flexibilität wird gleichgesetzt mit weniger Commitment.
00:25:10: Und das ist überhaupt nicht so.
00:25:11: Wer einmal mit Müttern zusammengearbeitet hat weiß oder auch mit Vätern, die aktiv in der Elternschaftsrolle sind.
00:25:19: Das sind Menschen, die einen kassen Drive mitbringen, die mega produktiv sind und die sehr effizient arbeiten weil sie sich halt auf das Wesentliche konzentrieren, die nicht lange schnacken.
00:25:31: Wir können eh nicht alle acht bis zehn Stunden Produktiva am Tag arbeiten!
00:25:34: Und jetzt mit KI ist das für mich sowieso nochmal Next Level.
00:25:39: was da möglich ist kann ich gleich gerne auch noch mal drauf eingehen, was ich dafür eine These mitbringe.
00:25:44: Aber insgesamt ist es leider immer noch so, dass viele Unternehmen das überhaupt nicht akzeptieren.
00:25:53: Wenn Männer sagen sie möchten aktive Vater sein und sie möchten dafür nicht mehr in diesem Hundertfünfzig-Prozent-Modell arbeiten weil sie das nicht mehr leisten können.
00:26:02: Ja, das ist richtig schlimm!
00:26:04: Weil worüber wir eigentlich sprechen ist die Seite der Mutterschaft und wie die Frauen strukturell benachteiligt sind
00:26:10: im
00:26:11: Arbeitsmarkt.
00:26:11: Und oftmals würde ich sagen, in feministischen Themen ist man darauf angewiesen dass die Männer ja auch einfach für einstehen und mit den Frauen an der Seite kämpfen.
00:26:21: aber in dem Fall ist es dann wirklich so selbst wenn die Männer's wollen.
00:26:25: also von der anderen Seite kommt die Problematik dann nur zurückgespiegelt.
00:26:28: Also das ist ein super trauriger Zyklus eigentlich.
00:26:35: Ich finde es ganz spannend was du gerade gesagt hast oftmals dann ja nicht ambitioniert dargestellt werden, wenn sie dann halt in Teilzeit arbeiten.
00:26:45: Und wir hatten ja gerade schon drüber gesprochen, dass eigentlich eine flexible Arbeitseiteinteilung unabhängig davon nachweislich sogar die Produktivität steigern kann.
00:26:54: Ich würde dich gerne mal eine Sache fragen weil ich habe das gesehen.
00:26:57: ihr hattet den Maternal Strengths Report im Beitrag mal geteilt.
00:27:03: da wurde auf jeden Fall gesagt die Mutterschaft praktisch auch jede gemessene Führungskompetenz
00:27:09: stärkt.
00:27:10: Also das Mütter, dadurch dass sie Mütther sind in dem was Sie als Müttha leisten müssen, auch automatisch eigentlich alles was man als Führungskraft leisten muss stärker ausgeprägt haben.
00:27:23: kannst du uns das mal erklären?
00:27:25: also was für Eigenschaften sind denn das zum Beispiel?
00:27:28: Ich spreche
00:27:28: immer ganz gerne von dem Family-CEO Bootcamp was man bekommt wenn man Mama oder Papa wird und ich spreche jetzt immer davon, wenn man sich da aktiv einbringt.
00:27:39: Das sind einfach Kompetenzen die gestärkt werden.
00:27:42: das ist wirklich so ein Bootcamp was man durchläuft.
00:27:44: Das ist natürlich Lösungsorientierung, Empathie Resilienz Transformationskompetenz Improvisation kompetenz also alles Eigenschaften die so die Future Hot Skills sind die wir brauchen.
00:27:59: in einer Zeit des ständigen Wandels und Eltern schafft es nichts anderes als ständiger Wandel.
00:28:04: Du musst dich ständig auf neue Umstände, auf neue Bedürfnisse einstellen eine sehr stark ausgeprägte emotionale Welt eines kleinen Menschen der seine Emotionen noch nicht selbst regulieren kann Und das musst du alles orchestrieren Neben den tausend anderen Themen des Mental Loads, die damit einhergehen.
00:28:26: Also da ist einfach auch sehr viel zu organisieren und das ist krass!
00:28:32: Manchmal ist man abends da und fragt sich was habe ich eigentlich gemacht als ich noch nicht Mutter war?
00:28:37: Was hab' ich den ganzen Tag gemacht?
00:28:39: Und manchmal fühle ich mich schon um acht Uhr dreißig so, als hätte ich irgendwie mindestens eineinhalb Tage gerade gearbeitet und hätte eineinhalte Tage hinter mir weil man schon so viel gemanagt hat und so viel irgendwie durchstanden hat.
00:28:49: Und trotzdem aber dann mit einem Lächeln vor der Videokamera sitzt, und in einem professionellen Callsit oder ein Podcast gibt?
00:28:59: Ja das ist... Ich fand das eine super coole These irgendwie, weil ich da noch nie drüber nachgedacht hatte.
00:29:04: In meiner kleinen Umfrage im persönlichen Umfeld, die ich im Vorhinein gemacht habe, kam zum Beispiel eben auch das Thema auf dass ja gerade bei Führungsrollen oftmals eben des Klischee oder das Stigma schon vorher ist, dass eine Mutter die ja nicht ausführen kann.
00:29:22: Weil sie eben wie du zum Beispiel auch wir sind jetzt wieder beim Teilzeitmodell weil die Rolle ja eine Vollzeitkraft beansprucht und eine Mama vielleicht nicht hundert Prozent zurückkommen kann Und das war so ein Thema was angesprochen würde.
00:29:36: deswegen fand ich super schön irgendwie das zu lesen zu sagen so ne ne stopp mal Also, ne Mama kann tatsächlich vielleicht gerade weil sie Mutter ist eine Führungsposition sogar noch besser ausführen.
00:29:48: Ich glaube das ist ein richtig wichtiges Erkenntnis was man ja vielleicht auch mehr nach vorne nach draußen bringen muss.
00:29:56: Ja fand ich richtig schön!
00:29:58: Danke dass du das nochmal aufgegriffen hast.
00:30:00: Ich stelle mir immer die Frage Was qualifiziert eine gute Führungskraft?
00:30:05: Ist es zeitliche Verfügbarkeit und die Postleitzahl der Adresse oder sind es die Kompetenzen?
00:30:12: Und eigentlich sollte es ganz eindeutig Letzteres sein.
00:30:15: Da kommst du gar nicht drum herum, also wenn du natürlich gibt es auch Mütter, die auch gar nicht die Ambition haben Führungskraft zu werden ist auch völlig in Ordnung.
00:30:26: aber wir sprechen jetzt ja gerade von denen, die vielleicht schon vor der Mutterschaft Führungskraft waren.
00:30:31: das ist zumindest unsere Zielgruppe.
00:30:32: Wir fokussieren uns wirklich auf Female Leadership und damit auch auf Akademikerinnen die Vorherführungskraft waren und dann auf einmal mit der Mutterschaft irgendwie aus allen Wolken fallen, weil sie merken Sie werden komplett degradiert.
00:30:46: Und das wirklich nur aufgrund dieser Tatsache dass sie Mutter geworden sind.
00:30:50: Es wird ihnen auf einmal so viel an Kompetenz abgesprochen und es trifft vor allem für die Mütter zu, die halt nicht mehr bereit sind entweder ist nicht mehr können oder nicht mehr wollen in diesen klassischen Vollzeitmodellen zu arbeiten.
00:31:04: also auch um noch mal auf mein Beispiel zurückzukommen, warum bin ich in dieses Sechzig-Prozent-Modell gegangen?
00:31:09: Zwei Gründe einmal.
00:31:10: Ich kannte meine alte Vollzeit wäre für mich unvorstellbar gewesen mit einem Kind weil ich oft bis acht neun Uhr im Büro saß.
00:31:17: das war meine Art zu arbeiten.
00:31:19: dafür bin ich aber auch oft erst um zehn im Bürow gewesen am nächsten Morgen.
00:31:22: Das waren einfach auch flexible Arbeitszeiten Und ich habe bestimmt drei Coffee-Dates gehabt, weil das Teil der Kultur war und viel in der Teeküche geschnackt.
00:31:33: Das ist auch schön!
00:31:34: Das ist wirklich was Schönes.
00:31:35: und das ist wirklich auch ein Punkt, der verloren geht wenn du in reduzierten Zeitmodellen oder Präsenzmodellen arbeitest.
00:31:43: dass du diesen ganzen Socializing & Networking Effekt der geht verloren.
00:31:47: Der fällt einfach hinten runter, weil den bist das erste was du irgendwie wegschneiden kannst.
00:31:54: Und der zweite Grund, warum ich damals in Teilzeit gegangen bin.
00:31:56: Ich kannte keine Frau in meinem Unternehmen die erfolgreich Mutter-Führungskraft in Teil Zeit war
00:32:05: bzw.,
00:32:06: in einer Vollzeit, die beides ermöglicht hätte.
00:32:11: Ich kante Mütter, die in Vollzeit gearbeitet haben aber die Waren.
00:32:14: für mich wirkte es so als wenn es Müttern wären.
00:32:18: Ich wusste gar nicht dass sie Kinder hatten weil die waren quasi genauso präsent dort Und haben auch, ehrlich gesagt nicht viel über ihre Kinder gesprochen.
00:32:29: Also die haben nicht ihre Mutterrolle und ihre Karriere Rolle vereinbart sondern sie waren eigentlich genau die Karrierekrau, die man quasi vor der Mutterschaft war.
00:32:42: Und haben da jetzt auch nicht irgendwie mit Stolz drüber gesprochen... Ich bin Mutter, ich lebe beides.
00:32:48: Ich versuch beides unter einen Hut zu bringen.
00:32:50: Ich habe die und die Herausforderungen... Also es gab überhaupt keine sichtbare Community.
00:32:54: Ich hab das damals dann als ich noch im Konzern war mit ins Leben gerufen tatsächlich in der Zeit, in der ich Teilzeitführungskraft war dass ich so eine Teilzeit-Community mit initiiert habe mit HR wo wir alle als Teilzeitkräfte uns regelmäßig getroffen haben und über die Herausforderung gesprochen haben, darüber was wir bräuchten.
00:33:13: Das ist aber dann auch relativ schnell leider eingeschlafen Und dann bin ich auch relativ schnelle das zweite Mal Mutter geworden und war dann wieder raus und bin ja nicht mehr zurückgekehrt weil ich mich für die Gründungen entschieden
00:33:23: habe.
00:33:24: Ich fand es nochmal kurz aufzugreifen, das hattest du schon von der Wade gesagt Aber ich fand's schön wie du es... vorhin formuliert hat es, dass eigentlich nicht das Teilzeitmodell das Problem ist sondern unser... Das aktuelle klassische Vollzeitenbettel ist das Problem an dem wir rütteln müssen.
00:33:39: Dass vielleicht auch irgendwie einmal hier als Runde Statement, fand ich schön dargestellt.
00:33:46: eine Frage die mich auch noch interessieren würde.
00:33:49: Ich meine, da gehen wir jetzt eher aufs Recruiting.
00:33:53: Du arbeitest ja im Recruitting sehr spezifisch auf Frauen, Führungskräfte Fokussiert, die Mütter sind grundsätzlich.
00:34:02: Aber wenn wir jetzt über Frauen sprechen... Wie weit weißt du oder siehst du das manchmal noch dieses Degma?
00:34:10: Du hattest gerade selbst gesagt, du bist dann zurückgekommen und dann bist du ziemlich schnell selbst wieder Mama geworden, nochmal schwanger gewesen.
00:34:16: Merkst du dass Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Entschuldigung da tatsächlich noch diesen Vorbehalt haben?
00:34:24: Frauen im gebärfähigen Alter, die bleiben uns ja nicht wirklich lang denen geben wir jetzt vielleicht keine Stelle, ich weiß per Definition ist das nicht legal dürfen sie gar nicht kann man ja super schwierig nachweisen.
00:34:36: am Ende in wie weit ist das tatsächlich noch ein Problem?
00:34:42: Ein sehr reales sehr sehr großes Problem würde ich sagen.
00:34:46: Ich habe das Gefühl und jetzt sagen auch die Zahlen also am ende eine Frau macht sich ungefähr zehn Jahre im Schnitt vor der tatsächlichen Gründung Familiengründungen Gedanken darüber.
00:34:59: Also das ist wie so eine dunkle Wolke, die über uns hängt.
00:35:02: Wir fangen an weil wir ja irgendwie vielleicht dann aus Gesprächen mitbekommen oder bei anderen Frauen sehen dass es dann leider irgendwie nicht mehr so gut läuft und was für Herausforderungen damit einhergehen fangen wir an uns Gedanken darüber zu machen.
00:35:14: Wie soll das denn funktionieren?
00:35:15: Bei mir mit der Familie und Karriere und sie fangen ans sich darüber Gedanken zu machen.
00:35:18: ist dieser Arbeitgeber und der Kontext für mich überhaupt der richtige.
00:35:21: Dass man so einmal um die Mütterseite zu skizzieren, was da seit Jahren oder viele Jahre vor der tatsächlichen Familiengründung stattfindet.
00:35:29: Auf Arbeitgebers Seite ist es so dass eine Frau, die unter dreißig ist, ist sie noch zu jung um Führungskraft zu werden?
00:35:41: Wenn sie dann vielleicht schon geheiratet hat, dann ist sie eigentlich eh schon abgeschrieben, Und in dem Moment, wo sie mit einem Kind zurückkommt, dann wird auch schon gedacht, naja die wird ja bald wieder schwanger.
00:35:55: Also eigentlich kannst du es als Frau sowieso niemals irgendwie allen recht machen und das wäre so mein größter Appell auch an gerade an die jüngeren Frauen, die jetzt vielleicht noch nicht Mütter sind.
00:36:08: also ihr könnt alle gerne jederzeit auf mich zukommen.
00:36:10: ich Ich teile gerne meine Erfahrungen und tausche mich gerne aus.
00:36:13: Du kannst gerne meine Kontaktdaten auch in den Show Notes teilen oder mein LinkedIn Profil.
00:36:19: Weil mir das total wichtig ist, ich glaube wir haben da eine große Vorbildfunktion hier.
00:36:23: Ich sag jetzt mal Frauen die das schon durchgemacht haben und ich bin ganz fest der Meinung wir müssen nicht alle bei Null anfangen sondern wir müssen uns gegenseitig supporten und gegenseits mit an die Tische holen, die Räume öffnen, die Türen öffnet und die Fehler die wir gemacht haben Die müsst ihr ja nicht auch noch mal machen.
00:36:44: Und wenn es leichter sein kann, aber ja, das ist ein riesiges Stigma und irgendwie ist es so ein bisschen egal wie du's als Frau machst, kannst du es eh nicht allen rechtmachen?
00:36:52: Deswegen bin ich ganz großer Fan davon, dass man für sich den eigenen Weg definiert.
00:36:58: Wie passt es denn zu mir?
00:36:59: Wie will ich is'?
00:37:01: Wie soll mein Leben aussehen?
00:37:03: Das kann auch kein anderer für dich entscheiden!
00:37:05: Das kann doch nicht die Schwiegermutter entscheiden und das kann im Zweifel auch nicht deine Mutter für dich entscheiden.
00:37:08: Die haben ihr eigenes Leben gehabt Und auch nicht die ganzen Tanten und wer nicht alles da ist.
00:37:14: Also, da geht ganz viel... Da gehen ganz viele Erwartungen von anderen mit rein.
00:37:19: Die sind nicht unbedingt förderlich.
00:37:21: Deswegen so mein großer Appell überlegt euch wie ihr euer Leben wollt?
00:37:26: Wie ihr Eltern schafft?
00:37:27: Leben wollt sprecht mit euren Partnerinnen darüber!
00:37:33: Macht es so, wie's für euch passt.
00:37:34: Weil ein richtig gibt es sowieso nicht.
00:37:38: Ein pauschales Richtig vor allem Das ist so abhängig von so vielen Sachen.
00:37:42: Aber wichtig ist, dass man in der Partnerschaft sich schon relativ früh darüber unterhält ob man da eine gleiche Vorstellung hat.
00:37:50: Weil ich glaube wenn man das erst macht, wenn das Kind da ist dann kann es schwierig werden.
00:37:55: Ja ich glaub auf jeden Fall, dass das super wichtig ist das vorher abzusprechen.
00:37:59: und alles sag' ich mal.
00:38:01: wir haben jetzt viel darüber gesprochen was gesellschaftliches Stigmata betrifft was vielleicht politische Rahmenbedingungen sind die noch fehlen usw.
00:38:08: du hattest Splitting angesprochen.
00:38:11: Ich meine, das sind alle Sachen die wir vielleicht nicht direkt beeinflussen können.
00:38:14: aber was man beeinflüsten kann ist eben genau das was du gerade gesagt hast wie wir privat schon versuchen diese Ungleichheiten aus zu balancieren und im Vorhinein entgegenzuwirken.
00:38:26: ich denke dass es natürlich jetzt bisschen auch ja sehr leicht gesagt vor allem in der Zeit in der der Arbeitsmarkt sehr angespannt ist.
00:38:35: aber grade bei diesem Thema Wie Arbeitgeber, du hattest ja auch gesagt.
00:38:39: Dein Arbeitgeberg war Gott sei Dank
00:38:41: sehr
00:38:43: offen in diesem Thema und es gibt eben Arbeitgebern die sind das nicht.
00:38:47: Die sind da vielleicht bei dem was wir gerade angesprochen haben beim Einstellen von jungen Frauen sehr voreingenommen.
00:38:54: Stempeln jemanden direkt ab wenn man ja vielleicht gerade frisch verheiratet ist wie du gesagt hast.
00:38:59: solche Sachen ich denke Auch das Thema, was wir vorhin hatten.
00:39:03: Wenn ein Mann mal in die Elternzeit möchte oder in die Teilzeit, dass da der Arbeitgeber dann oftmals dagegen geht?
00:39:09: Ich glaube am Ende wie gesagt im Rahmen, indem es möglich ist sich dann wirklich Unternehmen und Arbeitgebers zu suchen, die da zeitgemäß sind fortschrittlich sind und genau so gegen diese Strukturen versuchen zu arbeiten Wie gesagt ist natürlich Nicht so einfach in einem strengen Arbeits, an einem sehr angespannten Arbeitsmarkt.
00:39:29: Aber ich glaube das ist auf jeden Fall wichtig dass wir für die Arbeitgeber unterstützen und fördern die dagegen arbeiten.
00:39:36: Das ist ja auch was ihr beim Marmhandling eigentlich macht.
00:39:40: Vielleicht ist es ein ganz guter Punkt um darauf ein bisschen zu sprechen zu kommen.
00:39:46: Du hattest ja vorhin auch schon kurz mal erzählt die Career Moms die ihr in eurem Pool habt.
00:39:51: jetzt haben wir doch gar nicht erklärt was das bedeutet.
00:39:55: Arbeitet, du hast schon ein bisschen angeschnitten vor allem mit Frauen die in Führungspositionen gearbeitet haben oder wieder einsteigen möchten und vor allem Mitmüttern.
00:40:05: Was genau ist denn euer Ansatz?
00:40:08: Also wie bringt ihr Mütter mit Unternehmen- und Arbeitgebern zusammen, die ich gerade erklärt habe vielleicht da ganz bisschen anders denken?
00:40:17: Ja
00:40:17: also unser Ansatz ist tatsächlich auch ein bisschen disruptiv.
00:40:21: wir machen eine neue Kategorie im Arbeitsmarkt auf weil wir den Spieß umdrehen.
00:40:27: Wir sind keine klassische Job-Wörse, sondern eine Talentplattform.
00:40:31: Das heißt bei uns hinterlegen die Mütter kostenlos ihr Profil.
00:40:35: Beantworten Fragen sind auch im ersten Schritt nur anonymisiert auffindbar.
00:40:40: das war uns sehr wichtig um auch da so ja die Privatsphäre zu wahren.
00:40:44: und letzten Endes haben wir viele Frauen die gerade auf On the job sind aber halt nicht zufrieden mit dem jetzigen Arbeitgeber der nicht vereinbarkeitsfreundlich genug ist und deswegen wechsel bereit sind.
00:40:54: Das heißt, das einmal die Mütterseite.
00:40:56: Und dann haben wir die Arbeitgeber-Seite, die bei uns ein Maturity Assessment durchläuft.
00:41:02: Es sind so rund hundert Fragen zum Thema Vereinbarkeit und Diversität, die sie beantworten müssen, die von unterschiedlichen Stakeholder in einem Unternehmen auch beantwortet werden damit wir jetzt nicht nur eine Perspektive haben und durch die wir ganz viel Transparenz bekommen.
00:41:16: wo steht die Kultur wirklich?
00:41:18: Weil das Eine ist ja was man sich als Unternehmen auf der Website schreibt Und das andere ist, was innen wirklich gelebt wird.
00:41:25: Da fragen wir ganz viele unterschiedliche Sachen einmal komplett entlang des Employee-Lifecycles ab.
00:41:32: Super spannende Erkenntnisse die wir dadurch haben auch Benchmarks und dann kriegen die Arbeitgebenden einen Report von uns also eine Auswertung, eine Gapanalyse und Handlungsempfehlung wie sie besser werden können in den einzelnen Kategorien.
00:41:44: Was Sie tun können und arbeiten... Also ich habe wirklich teilweise Unternehmen Arbeiten diesen Report punkt für Punkt ab und sind quasi auf dem Wege dabei, vereinbarkeitsfreundlicher zu werden.
00:41:56: Und so ein Employer of Choice zu werden.
00:41:59: letzten Endes weil was man nicht vergessen darf ich bin unter anderem im Ausschuss für Fachkräfte und Arbeitsmarkt der Handelskammer Hamburg und bin dadurch sehr nah an so Arbeitsmarkt- und Trenddaten dran Und wir haben vor ein paar Wochen eine Ausschusssitzung gehabt und da war jemand aus dem Weltwirtschaftsinstitut, und hat einmal vorgestellt wie die nächsten Jahre aussehen werden.
00:42:21: Ja ich bin bei dir aktuell ist der Arbeitsmarkt extrem angespannt auch aus Arbeitnehmer- und Bewerberinnensicht.
00:42:29: Es ist gerade so ein ganz ganz schmales Window of Opportunity was aus meiner Sicht sehr gefährlich ist weil es zu einem Trugschluss führt.
00:42:37: Die arbeitgebenden denken grade Ich schreibe doch gerade eine Stelle aus und kriege hundertfünfzig richtig gute Bewerbungen rein.
00:42:44: Richtig gut, deswegen muss ich auch eigentlich nicht mit Dienstleistern zusammenarbeiten.
00:42:47: Eigentlich kann ich meinen Employer-Branding-Budget grade auch kürzen.
00:42:50: Ist ja eh gerade alles ein bisschen mau.
00:42:52: Wir spielen es mal genau.
00:42:54: Kommen ja sowieso!
00:42:55: Die wollen alle zu uns.
00:42:58: Was die meisten Unternehmen dabei vergessen ist das ganze Thema Boomer Exit – die Babyboomer, die den Arbeitsmarkt verlassen werden in den nächsten Jahren.
00:43:05: Und ich habe die Statistik gesehen... Da ist eine riesige große Lücke und eine riesigere Welle, die auf alle Unternehmen in Deutschland zukommt.
00:43:15: In kürzester Zeit – in sehr nahe Zukunft!
00:43:18: Und es wird sich über Jahre verschärfen... ...und diese Zahlen stehen
00:43:21: fest.".
00:43:22: Aber wie kann das dann das Unternehmen nicht mitdenken?
00:43:25: Die wissen doch, wie alt ihre Mitarbeitenden sind.
00:43:30: Ich spreche ganz oft in diesem Podcast über jegliche Themen, dass Daten fehlen.
00:43:36: Aber diese Daten sind ja da!
00:43:39: Wie kann das sein?
00:43:41: Das hat viel damit zu tun, dass wir gerade in einer Zeit leben, die von so vielen Unsicherheiten und Herausforderungen geprägt ist, dass die Unternehmen gar nicht wissen ...
00:43:55: Sie haben gar keine Zeit
00:43:57: dafür, sich mit der Zukunft zu befassen.
00:43:58: Weil sie schon viel zu überfordert sind mit dem hier und jetzt.
00:44:03: Und deswegen gibt es diesen Weitblick nicht.
00:44:05: Am Ende müssen wir uns in die Augen schauen.
00:44:09: werden die meisten Mitarbeitenden an den Ergebnissen im Hier-und-Jetzt gemessen?
00:44:14: also was erreichst du jetzt?
00:44:16: Hast du deine Kostenquote gesenkt?
00:44:18: Konntest du mehr Ergebnis erzählen?
00:44:20: wie auch immer Nehmen Sie sich oft nicht den Raum.
00:44:26: Aber ich muss sagen wirklich ein großes aber, weil wir arbeiten ja mit den Unternehmen zusammen die da ein bisschen anders ticken und es gibt durchaus Unternehmen, die das jetzt schon auf dem Schirm haben, die sich jetzt schon Gedanken darüber machen wie sie zukünftig jung und alt zusammenbringen können um das Wissen zum Beispiel der aussteigenden Mitarbeitenden an die Jüngeren zu übergeben Wie man Gen Z und Boomer irgendwie Gewinn bringen zusammenarbeiten lassen kann vielleicht noch ge-supported mit KI.
00:44:53: Also, da gibt es schon so viele tolle Beispiele.
00:44:57: Also kommen da gerne auch noch mal auf mich zu sonst im Nachgang.
00:44:59: Da kann ich dir bestimmt auch ein oder zwei tolle Podcast-Gäste nennen.
00:45:04: Aber das... Ja also gibts auf jeden Fall auch positiv Beispiele und ich blicke sehr optimistisch in die Zukunft!
00:45:10: Also wie gesagt für mich ist es gerade eine sehr schmale, so ein ganz schmales Window of Opportunity
00:45:17: dass
00:45:17: für die Unternehmen gerade existiert.
00:45:18: Das ist grad die Realität, das muss man akzeptieren aber nicht mehr lange so bleiben.
00:45:23: Und dann, spätestens dann werden sie sich umschauen müssen und werden auf einmal wieder dafür kämpfen müssen die besten Talente zu bekommen.
00:45:29: Die, die es jetzt schon richtig machen, werden definitiv als Gewinnerinnen daraus gehen.
00:45:35: Bei uns ist es ja übrigens auch so dass die Unternehmen sich bei den Talenten bewerben.
00:45:39: das ist halt der Unterschied.
00:45:40: deswegen auch neue Kategorie
00:45:42: Und vielleicht als kleine
00:45:43: Ergänzung, weil wenn ich es richtig verstehe sind ja jetzt auch die Menschen, die hier eventuell zuhören gar nicht alles Mütter oder Frauen.
00:45:51: Wir haben noch eine zweite Brand, Oceans Million wo wir nämlich genau darauf einspielen und da geht's um All Genders, All Levels, All Generations also auch das gleiche Prinzip Unternehmen bewerben sich bei Talenten mit Jobs in denen du zeitlich oder örtlich flexibel arbeiten kannst.
00:46:06: Weil wir erkennen dass das ein viel größeres Problem ist und so wie du selber gesagt hast Dieser Wunsch nach flexiblerem Arbeiten und nicht mehr diese Starre, wie es früher mal war.
00:46:16: Das ist halt einfach outdated!
00:46:18: Das ist nicht mehr zeitgemäß, das passt nicht mehr so zum Hier-und-Jetzt... Es wird so star daran festgehalten und es werden so viele Stellen ausschließlich in Vollzeit ausgeschrieben und sie täten sich so ein Gefallen damit wenn Sie das aufbrechen würden weil sie einen ganz anderen Zugang zu einem komplett anderen Talent Pool bekommen würden.
00:46:35: Alleine die Absurd ist es nur noch Post der Zahl zu rekrutieren Und zu sagen, es ist ein Must-Help dass du viermal die Woche im Office bist.
00:46:44: Also du nimmst dir selber so viele Möglichkeiten und zum Glück habe ich aber immer mehr Unternehmen, die das verstehen und die dadurch auch mit uns zusammenarbeiten.
00:46:53: Ich finde, das ist auch total.
00:46:55: irgendwie müssen wir wegkommen von diesem Trugschluss, dass die Forderungen nach mehr Flexibilität und flexiblen Arbeiten einhergeht.
00:47:03: Faulheit und wenig Ambition, sondern das ist einfach zukunftsorientiertes Denken.
00:47:11: Ich glaube eine Gesellschaft hat sich schon immer gewandelt.
00:47:14: du hast von ganz schön erzählt vor nicht ganz allzu langer Zeit durften Frauen gar nicht ohne die Erlaubnis von ihrem Mann arbeiten.
00:47:20: und siehe da heute tun Sie es also dass sich auch die Arbeitswelt verändert ohne dass damit irgendwelche faul Vorurteile mitschwingen müssen.
00:47:30: eigentlich ein total falscher Trugschluss.
00:47:33: Du hattest gerade das angesprochen, das fand ich super spannend.
00:47:35: Dieses Reverse Recruiting also wie du gesagt hast andersrum funktioniert es bei euch Bewerben sich die Unternehmen Bei den Kandidatinnen.
00:47:43: Wie kommt ihr auf diesen Ansatz?
00:47:45: Also Ich finde es super spannend.
00:47:47: jetzt wird mich natürlich interessieren in einer Welt wie wir gerade gesagt haben Du hast selber gesagt ein angespannter Arbeitsmarkt manche Unternehmen machen eine Ausschreibung bekommen Hundertfünfzig super qualifizierte Kandidaten.
00:47:58: Warum sollte sich dann unternehmen
00:48:01: Die
00:48:02: Mühe, sag ich mal machen.
00:48:04: Bei euch einen Reverse Recruiting zu machen und sich selbst bei den Kandidatinnen zu bewerben
00:48:10: weil sie wissen dass sie dadurch nochmal ein ganz anderen Top Talent Pool bekommen und Zugriff auf einen Talent Pool haben denen die sonst gar nicht erreichen können mit dem Plus das es Frauen sind oder Menschen bei Origins Million nicht nur Frauen
00:48:25: da ähm...die
00:48:26: eine extrem hohe Wechselbereitschaft haben und dadurch auch teilweise sehr, sehr schnell einsatzfähig sind.
00:48:32: Und im Recruiting musst du teilweise viele, viele Monate warten bis du ne Stelle besetzt hast und bist die Person dann wirklich startet.
00:48:41: Wenn du eine Stelle ausschreibst brauchst du den Support eigentlich sofort.
00:48:44: also du kannst selten antizipieren dass du in zwölf Monaten die und die Stelle erst starten möchtest und jeder unbesetzte Monat kostet sehr viel Geld Und das ist ein großer Vorteil, den wir mitbringen.
00:48:58: Also ich find's auf jeden Fall eine super coole Idee!
00:49:00: Also alle die Züchnern, die vielleicht... ...auf der Suche sind.
00:49:05: Virginia hat ihr erwähnt auch nicht nur für Mütter.
00:49:07: es gibt ja auch noch Oceans Million Die andere Plattform.
00:49:09: könnt euch gerne mal reinschauen.
00:49:10: Ich werde's in den Show Notes markieren.
00:49:14: Ich würde gerne von dir jetzt noch so ein paar ausblickende Fragen haben.
00:49:19: Vielleicht sind manche davon nicht einfach auf dem Punkt zu bringen Aber wenn du an einer Stellschraube drehen könntest.
00:49:27: Natürlich ist das schwierig, weil es gibt wahrscheinlich sehr viele Stellschraumen, an denen du gerne drehen würdest.
00:49:33: Sei's jetzt politisch oder unternehmerisch von mir aus kannst du auch jeweils einen nennen.
00:49:38: Also Kinderbetreuung oder Elternzeitriegelungen oder die Teilzeitführung, Arbeitszeitmodelle wie auch immer.
00:49:44: Welche wären so für dich die Prio Eins?
00:49:48: Stellschraube, die du glaubst.
00:49:50: Aus unternehmerischer Sicht also Arbeitgebersicht wenn ich eine Stellschnaube verändern könnte während der Arbeitszeitmodelle damit würde alles andere hergehen.
00:49:59: Also dafür ist natürlich die Kultur notwendig.
00:50:02: es reicht jetzt nicht nur ein neues Arbeitszeitgesetz zu erlassen sondern in den Köpfen muss das ankommen.
00:50:09: Das ist halt auch ein Leadership Thema aber das wäre das eine und aus politischer Sicht wäre es aus meiner Sicht das die Gattensplitting.
00:50:18: Also ich glaube, wenn du anfangen würdest in die Individualbesteuerung einzuführen.
00:50:23: Wenn nicht die Frauen auch noch benachteiligt werden oder du dadurch nicht etwas incentivieren würdest was eigentlich komplett gegen Gleichberechtigung ist dann wären wir so einen großen Schritt
00:50:33: weiter.
00:50:34: und... Was macht denn dich trotz den Teil, weil sie sehr nüchtern in Zahlen?
00:50:40: Zum Beispiel du hast es von angesprochen altersarmut mit der Rente.
00:50:42: Wir haben jetzt gar nicht so wirklich über die zahlen gesprochen.
00:50:45: Da sind die zahlen aber auch recht nüchter.
00:50:47: ich müsste jetzt gerade raus und sehen irgendwo hier in meinem Dokument.
00:50:50: Vielleicht hast Du sie auch an der hand
00:50:51: habe ich Aber erschrecken
00:50:54: genug.
00:50:55: also
00:50:56: Erschrecken?
00:50:56: Ich mag sie gar nicht angucken, ehrlich gesagt.
00:50:58: Jedes Mal wenn ich sie sehe... Also vielleicht einmal um da ohne jetzt die konkrete Zahl zu nennen.
00:51:04: aber was ist ein Fakt?
00:51:07: von allen Menschen die in Deutschland in Teilzeit arbeiten sind mit Abstand der Großteil Frauen und die Gründe warum Frauen in Teilzeitarbeiten sind weil sie sich um andere kümmern weil sie Kehrarbeit übernehmen.
00:51:19: Die Gründe, warum Männer in Teilzeit arbeiten sind sehr überraschend und ehrlich gesagt sehr vorbildlich.
00:51:24: Da können wir uns eine Scheibe von abschneiden wie Frauen weil sie entweder in ihre Weiterbildung investieren oder an ihre Gesundheit.
00:51:29: also natürlich selbst finde ich es sehr vorbildlich.
00:51:32: wirklich machen wir Frauen viel zu selten.
00:51:35: Ich habe die Zahl gerade gefunden Und zwar es gibt den gender pension gap Also wie wir von hatten den pay gap das natürlich der Unterschied bei Bezahlungen von gleicher Tätigkeit und Qualifikationen auseinander klafft.
00:51:47: hier ist jetzt dass der Rentenanspruch knapp vierzig Prozent, also neununddreißig, vier Prozent ist der Unterschied zwischen Rentenansprung zwischen Frauen und Männern.
00:51:58: Genau aus dem Grund den du gerade genannt hast weil die Carearbeit, also Pflege um Kinder verwandte
00:52:04: usw.,
00:52:05: rentenrechtlich so gut wie nicht anerkannt wird.
00:52:08: Ich glaube, das wäre jetzt vielleicht eine Stellschraube, die ich dann hier anfügen würde.
00:52:13: Von der politischen Seite – das ist natürlich ein super, super großes Problem!
00:52:17: Am Ende ist es egal wer die Kehrarbeit macht aber dass das zu so einer großen Auseinanderklaffung in der Rente führt, ist natürlich mega problematisch.
00:52:27: Genau, also ja unbeteilte Kehrarbeit und wie du sagst
00:52:30: am
00:52:30: Ende wird so ein bisschen das ganze Thema, wenn man so will, das Rentensystem von den Menschen getragen, die die Kehararbeit kostenlos... Also unbezahlt übernehmen.
00:52:41: Und das ist
00:52:42: ein
00:52:42: Logo, also bin ich bei dir ... Bei der Stellschraube würde ich auch mitgehen, hundert Prozent.
00:52:46: Ja
00:52:47: und warum mich die Zahl eigentlich gesucht hatte?
00:52:49: Ich hatte eingeleitet in meine Abschlussfrage was macht sich trotz der nüchternen Zahlen?
00:52:54: Das ist eine der nünftenden Zahlen.
00:52:55: auf jeden Fall trotzdem optimistisch dass sich ja die Zukunft auf dem Arbeitsmarkt für Frauen vor allem mehr Gleichberechtigung im Bereich dass sich das ändern lässt.
00:53:08: Ich blicke sehr, sehr zuversichtlich in die Zukunft.
00:53:10: Und ich glaube wenn ich diese innere Haltung nicht hätte könnte ich das gar nicht machen.
00:53:14: was ich mache weil man auch echt viel dicke Bretter bohren muss ist einfach so und es ist ein riesiges Change-Thema aber ich bin sehr zufassig.
00:53:22: ich habe sehr viel Drive mit meinem Team und wir haben ganz viel Kraft und Energie um viele Veränderungen herbeizuführen.
00:53:29: Ich bin mir sicher dass sich viel verändert wird in den nächsten Jahren alleine weil der Druck steigen wird.
00:53:33: durch die demografische Entwicklung ist einfach gesetzt Und das macht mich zuversichtlich.
00:53:38: Dafür bereiten wir uns gerade vor und ich freue mich drauf, wenn es dann richtig anfängt zu fliegen!
00:53:44: Wenn dann wirklich Veränderungen sichtbar wird... ...und genau dafür machen wir das was wir machen.
00:53:48: Und wenn die Lücke geschlossen ist und man größter Wunsch ist eigentlich dass es Mamanthin gar nicht geben muss so beschäuert das klingt Aber das ist es wirklich weil dann hätten wir sehr viel erreicht.
00:54:00: Ja das wäre schön.
00:54:01: Ich glaube das ist ganz oft Menschen, die an Themen arbeiten, die eigentlich gesellschaftliche Probleme lösen sollen.
00:54:07: Es ist ja immer ein bisschen das Paradoxon, dass eigentlich das endgültige Ziel wäre sich selbst abzuschaffen.
00:54:13: Total!
00:54:13: Das hatte ich in einer anderen Folge mit Florian Westphal der CEO von Save the Children hat er genau das so gesagt.
00:54:21: Eigentlich ist das Ziel...das beste Outcome wäre wenn es die Entwicklungszusammenarbeit gar nicht mehr braucht?
00:54:27: Ja.
00:54:28: Auf jeden Fall ein schönes Ende.
00:54:30: Ich bedanke mich für deine Zeit, ich ermutige noch mal jeden sich natürlich momhunting oder oceans million anzuschauen.
00:54:38: Ich markiere alles in den show notes auch virginias kontakt.
00:54:42: Vielen Dank für die Einladung hat sehr viel Spaß gebracht.
00:54:46: Das war die Folge im raum mit virginia truen.
00:54:51: Wir macht es immer wieder sehr viel Spaß mit Menschen zu sprechen, die einfach optimistisch sind.
00:54:56: Dass der Wandel doch möglich ist und wir ganz und gar nicht feststecken!
00:55:01: Dass der Handlungsbedarf politisch sowie unternehmerisch super groß ist – das ist keine Frage.
00:55:07: Aber ich fand es auf jeden Fall auch super interessant wie viele der angesprochenen Probleme tatsächlich gesellschaftlich und kulturell verankert Also in Form von Stickmata, die wir vielleicht alle ein wenig selbst mit uns herumtragen.
00:55:22: Gerade da können wir glaube ich alle ganz gut selbst mal überlegen wo wir bei unseren eigenen Vorurteilen gegenüber Müttern noch etwas nachbessern können.
00:55:32: Mich hat es vor allem besonders gefreut zu hören dass meine Generation gerade beim Thema Involvierung der Väter und Gleichstellung innerhalb der Partnerschaft doch schon ziemlich weit vorne mit dabei ist.
00:55:44: Ich glaube, das zeigt mal wieder, dass den Perspektiven von jungen Menschen mehr Gehör geschenkt werden sollte als es immer noch oftmals getan wird.
00:55:54: Ich bedanke mich auf jeden Fall für eure Zeit, dass ihr wieder zugehört habt und ich hoffe, ihr konntet vieles davon mitnehmen.
00:56:01: Kontaktiert auch gerne Virginia falls irgendwas von dem Gesagten für euch interessant klang!
00:56:06: Und ich freue mich bis zum nächsten Mal mit euch im Raum.
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