Im Raum mit Florian Westphal: Entwicklungszusammenarbeit, Kürzungen, Verantwortung – Was können wir tun?

Shownotes

In dieser Folge habe ich Florian Westphal, CEO von Save the Children Deutschland, zu Gast und wir sprechen offen über die aktuellen Herausforderungen in der Entwicklungszusammenarbeit. Gemeinsam beleuchten wir, was Kürzungen bei staatlichen Geldern für globale Hilfsprojekte bedeuten – und warum das nicht nur ein Problem für andere Länder ist, sondern auch uns alle betrifft. Florian teilt persönliche Erfahrungen aus Jahrzehnten im Sektor, erklärt verständlich die Unterschiede zwischen humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit und diskutiert, wie sich der Sektor gewandelt hat. Wir hinterfragen kritisch, warum Kommunikation und Verständnis für diese Arbeit oft fehlen, und zeigen, wie jeder Einzelne – auch ohne viel Geld – einen Unterschied machen kann. Nimm das Thema mit in deinen Alltag und entdecke, warum globale Verantwortung gerade jetzt wichtiger denn je ist.

Save the Children Deutschland

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Hier könnt ihr spenden:

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Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

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Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI)

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00:00:06: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge im Raum.

00:00:12: Heute bin ich im Raum mit Florian Westphal, Florian ist der CEO von Save the Children Deutschland.

00:00:20: Ich bin mir sicher jeder von euch hat irgendwann schon mal von der Organisation gehört.

00:00:25: Davor war Florian sehr lange auch Vorsitzender bei Ärzte ohne Grenzen.

00:00:33: Ja, ich sag mal fast schon ein alter Hase in der Entwicklungszusammenarbeit.

00:00:38: Wer noch nicht so genau weiß was oder wie Entwicklungs- zusammenarbeit ist und funktioniert – keine Sorge!

00:00:45: Florian hat es uns gleich zu Beginn einmal schön erklärt.

00:00:49: Grundsätzlich sprechen wir darüber, wie die Kürzungen sich auf seine Arbeit und die globale Arbeit auswirken.

00:01:00: Auch sprechen wir darüber, was jede und jeder Einzelne von euch vielleicht

00:01:04: tun

00:01:05: kann.

00:01:06: Das war's auch schon von mir!

00:01:07: Viel Spaß bei der Folge.

00:01:14: Hallo Florian.

00:01:15: Hallo Leonie

00:01:17: Danke dir für deine Zeit Florian

00:01:19: Sehr gerne.

00:01:21: Ich starte zum Einstieg immer mit einer kleinen Icebreaker Frage die etwas den Namen des Podcasts aufgreift In welchem Raum befindest du dich denn gerade?

00:01:31: Ich befinde mich tatsächlich gerade im Büro von Save the Children in Berlin, in einem Meetingraum.

00:01:37: Also ein Sitzungsraum der ist so innen gelegen hat aber Glaswände also es relativ transparent und er heißt Grunewald.

00:01:45: Ich

00:01:45: bin nicht im Gruniewald aber wir haben halt alle unsere Meetingrooms hier im Berliner Büro nach verschiedenen Plätzen und Orten in Berlin benannt und deswegen bin ich jetzt im Grünewald.

00:01:55: Das ist aber schön.

00:01:56: Und das heißt, wenn er aus Glas ist dann können dich die Kollegen auf jeden Fall alle beobachten jetzt?

00:02:00: Genau!

00:02:01: Aber es ist auch angenehm weil der hat kein Fenster und sonst wäre es ja auch irgendwie sehr düster und ein bisschen traurig.

00:02:07: Das

00:02:07: stimmt.

00:02:08: So kann man die Sonne noch ein bisschen sehen und es eigentlich ganz schön...und hell.

00:02:12: Sehr gut Ja wir sind heute hier um über einen Thema zu sprechen.

00:02:16: dass begleitet Dich glaube ich schon eigentlich seit deiner beruflichen Laufbahn Die Entwicklungszusammenarbeit.

00:02:23: Ich finde es ganz spannend und ich glaube, wir haben heute so ein... bzw.

00:02:26: ich habe uns heute die Challenge ein bisschen gesetzt dass wir das Thema verständlich machen.

00:02:33: bisherige Themen und auch weitere Themen an sich sind oft in dem Podcast also der letzten Folge ging's um Hitze und Auswirkungen auf uns.

00:02:39: Das ist natürlich oftmals greifbarer.

00:02:42: ob das jetzt Wohnungsnot ist jeder hat mal einer Wohnung gesucht oder sexuelle Belästigung.

00:02:47: viele Themen kennen die Menschen, aber ich glaube mit der Entwicklungszusammenarbeit ... Ich kenne das aus meinem eigenen Umfeld.

00:02:54: Wenn ich Leuten auch immer gesagt habe so hey was ich beruflich machen möchte.

00:02:57: und dann sagt man Entwicklungs- Zusammenarbeit wenn da keine direkten Berührungspunkte sind ist es tatsächlich oftmals gar nicht so greifbar mittelbar betrifft sie aber eigentlich ja uns alle Und genau das ist ein bisschen unser Ziel heute.

00:03:11: also schon mal dass du im Vorhinein von unserem Ziel Bescheid weißt?

00:03:14: Wunderbar!

00:03:15: Das finde ich gut

00:03:16: Genau das Grundverständnis für die Zuhörerinnen zu schaffen.

00:03:19: Hast du vielleicht, genau da zum Einstieg direkt zwei drei Sätze wie Du die Entwicklungszusammenarbeit und vielleicht auch die Abgrenzung gleich zur humanitären Hilfe ein bisschen Leuten ganz einfach erklären würdest?

00:03:32: Genau also das Wort ist ja schon ziemlich ungetüm muss man einmal dazu sagen.

00:03:36: Entwicklung zusammenarbeit das rollt einem nicht so leicht von der Zunge außer wenn man sich dann ein bisschen wenn man schon ein bisschen üben konnte Vielleicht erst mal die Abgrenzung zur humanitären Hilfe oder zur Nothilfe.

00:03:46: Also bei der Nothhilfe geht es ja wirklich in erster Linie ums Überleben, also da sprechen wir wirklich von Menschen wie natürlich viel von Kindern, die die grundlegendsten Dinge brauchen.

00:03:58: Nahrung Wasser ein Dach über dem Kopf Sicherheit vor Gewalt extrem wichtig um über Leben zu können.

00:04:05: das ist der erste Schritt.

00:04:08: Manchmal kann man das vergleichen mit so einer Apotheke, die ihr mitten in der Nacht wenn du tolle Zahnschmerzen hast kannst du dann Schmerzmittel bekommen.

00:04:16: Das hilft dir über die nächsten Stunden hinweg aber du musst trotzdem zum Zahnarzt gehen um zu sehen was die Schmerzen verursacht.

00:04:23: Die Entwicklungszusammenarbeit geht da natürlich einen Schritt weiter weil sie hat natürlich viel mehr den Anspruch, Menschen dabei zu helfen sozusagen ihre eigene Existenz aufzubauen selbst dafür sorgen zu können dass die Kinder in die Schule gehen können das die Kinder Zugang zur Gesundheitsversorgung haben.

00:04:43: Dass die Familie auch das nötige Geld dafür hat.

00:04:46: also bei Entwicklungszusammenarbeit geht es dann ja auch ganz viele Umdinge wie Beschäftigung um wirklich wirtschaftliche Faktoren Unternehmen gibt die Arbeitsplätze bieten, dass Menschen vielleicht sich selbst eine eigene ein eigenes Unternehmen selbstständig aufbauen können etc.

00:05:06: Das heißt hinter diesem komplexen Begriff verstecken sich aber eigentlich auch ganz grundlegende Dinge, die wir hier aus Deutschland kennen.

00:05:14: Es geht darum für sich selbst, für die Familie und fürs Umfeld Ein Auskommen zu schaffen, dass man zurechtkommt im Leben.

00:05:23: Dass man materiell das hat was man braucht um die Bedürfnisse abzudecken.

00:05:28: Ja ich würde sagen es ist so sehr gut erklärt.

00:05:30: Ich schaue mir das im Nachhinein nochmal an und schau mir auf jeden Fall von deiner Erklärung ein bisschen etwas ab für die Zukunft.

00:05:38: Ich würde jetzt auch noch zum Einstieg einmal kurz über deinen persönlichen Werdegang so ein bisschen sprechen.

00:05:43: Warum du denn überhaupt mein Gast heute zu diesem Thema bist?

00:05:47: Ähm, ich find's ganz friend!

00:05:49: Wir haben eine Sache gemeinsam.

00:05:51: Vielleicht haben wir auch mehr Sachen gemeinsam wenn wir rausfinden aber wir haben auf jeden Fall beide in England studiert.

00:05:58: Genau und wir sind dann beide direkt... Beziehungsweise bei dir hat sie mich direkt dann auch in die Entwicklung, die humanitäre Arbeit eingestiegen.

00:06:06: Ich glaube aber dass wir dazu maßgeblich unterschiedlichen Zeiten diesen Abschluss und den Einstieg gewagt haben.

00:06:14: Mich ... ich hab das glaub' ich als Aufhänger an unserer Nachricht meiner Nachricht an dich genommen.

00:06:20: Mir ist das Thema Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit natürlich sehr krass auf die Füße gefallen weil ich ... eine Stelle, in der ich in dem Sektor gesucht habe.

00:06:33: und natürlich was passiert wenn Massenweise Gelder wegbrechen fallen auch die Jobs, die davon bezahlt werden weg.

00:06:39: Und aktuell glaube ich seit ja zwanzig dreißig Jahren wahrscheinlich das schlechteste Zeitpunkt darin einzusteigen.

00:06:46: Genau deshalb würde mich interessieren, ich glaube korrekt wie mich.

00:06:50: Wann ich falsch liege?

00:06:51: In nineteen achtundneunzig hast du deinen Studienabschluss gemacht.

00:06:54: Ich habe noch mal studiert aber ich war tatsächlich bevor ich zum Roten Kreuz, also ich hab beim internationalen Rotenkreuz lang gearbeitet.

00:07:01: Ich war vorher aber auch Journalist und das war für meinen Werdegang vor allem in der humanitären Nothilfe tätig sehr wichtig.

00:07:13: Aber ich sehe total was du meinst und das muss man auch besprechen, dass es wirklich leider so ist momentan.

00:07:22: Dass unter anderem ja auch unsere Arbeit davon schaden nimmt, dass eben Menschen wie du im Moment keine Chance haben diesen Staat zu finden und das ist eigentlich natürlich total wichtig für uns als NGOs Wir sind ja relativ junger Organisation, auch dass wir immer wieder neue Leute dazu bekommen die auch echt mit frischen Ideen einfach die uns weiterbringen können.

00:07:47: Und das ist im Moment leider sehr schwierig weil einfach oft... Das Geld und die Mittel fehlen um Menschen konkret einsetzen zu können.

00:07:54: Das is aber auch nicht so neu.

00:07:57: Man muss dazusagen eine was man sehr schnell lernt und was ich auch sehr schnell begreifen musste In meinem ersten Mal beim Internationalen Roten Kreuz im Ostkongo, auch in einem Konfliktgebiet gearbeitet habe, ist das die Bedarfe der Menschen immer so viel größer sind als die Hilfe, die wir eigentlich leisten können und die Mittel zu Verfügung haben.

00:08:23: sehr viel Zeit damit zubringt und das ist echt schwierig, Menschen die wirklich absolut legitim und gerechtfertigte Nöte haben sagen zu müssen dass man ihnen leider nicht helfen kann.

00:08:36: Bei mir fiel das ganz konkret damals im Kongo extrem dabei auf.

00:08:41: Wir hatten damals keine Projekte in Bereich Bildung, also wir waren nicht in der Lage irgendwie zum Beispiel den Schulbesuch zu unterstützen und es war aber tatsächlich mit das am häufigsten vorgebrachte Bitte von Eltern, dass man ihren Kindern eben bei der Bildung unterstützen könnte.

00:09:01: Weil das war so die Hoffnung auf die Zukunft für die Eltern.

00:09:05: Das war echt hart und schon damals war es eben so, dass letztendlich leider wirklich nie genug Möglichkeiten und Geld vorhanden war um all diesen legitimsten Bedürfnisse abdecken zu können und diese Menschen helfen zu können.

00:09:20: Also ist jetzt extrem... Aber das hat es natürlich schon immer gegeben.

00:09:26: Ja, dass ist praktisch einfach immer zu wenig Geld dafür... also da war was eigentlich alles gebraucht werden würde.

00:09:33: Also der Bedarf wurde nie gedeckt, sagen wir mal.

00:09:35: Wir waren nie an dem Punkt, dass der Bedarf tatsächlich wirklich gedeckt werden konnte oder war das mal anders?

00:09:42: Nein!

00:09:42: Ich glaube, das war schon immer so und ich denke, auch das zwingt uns natürlich auch dazu wirklich zuzusehen Dass wir wirklich Prioritäten setzen, also dass wir das vorhandene Geld eben versuchen als Hilfsorganisation wirklich da einzusetzen wo es die Menschen am meisten hilft aber auch in den Bereichen von denen wie echt Ahnung haben.

00:10:08: Weil... Es hat ja immer mal wieder Situationen gegeben wenige, aber das ist glaube ich wichtig.

00:10:14: Das zu bemerken wo es tatsächlich wahrscheinlich zu viel Geld gegeben hat nach dem furchtbaren verheerenden Tsunami in Südostasien Indonesien Thailand Sri Lanka unter einem sehr schwer betroffen.

00:10:28: da war es eine unglaubliche Welle der Großzügigkeit Auch von der breiten Öffentlichkeit.

00:10:35: Und ich habe ja später zwischendurch auch mal für Ärzte und Gänzen gearbeitet und damals noch nicht, aber das wurde schon damals extrem wahrgenommen weil er eine ganze Zeit gesagt hat zum gewissen Zeitpunkt etwa vier Wochen nach dieser Katastrophe bitte also spendet weiterhin für unsere Arbeit Aber nicht mehr in Indonesien, weil wir in Indonesie diese Projekte nicht mehr vernünftig umsetzen können.

00:10:56: Wir haben sozusagen jetzt die Grenze von dem erreicht was wir wirklich gut vor Ort leisten können und das meine ich damit also dass diese Finanzknappheit natürlich auch den positiven Effekt hat, dass sie uns dazu zwingt einfach sehr hart immer wieder zu prüfen geben wir dann das Geld auch richtig gut aus?

00:11:16: Ja voll, das stimmt natürlich.

00:11:18: Vielleicht einfach mal für die Zuhörenden ein bisschen zum Hintergrund also ein paar Zahlen.

00:11:25: Das BMZ Budget.

00:11:28: Das BMZ ist das Bundesministerium für Entwicklung und Zusammenarbeit.

00:11:31: Für alle, denen das nicht geläufig ist.

00:11:34: Und ... das Budget ist von zwanzig zweiundzwanzig, von dreizehn Komma acht Milliarden Euro auf rund zehn Komma zero sechs Milliarden Euro in diesem Jahr gesunken was ungefähr siebenundzwantzig Prozent in vier Jahren bedeutet an Verlust.

00:11:49: Der Gesamt- also der Anteil des BMZs am Gesamthaushalt liegt unter zwei Prozent, was der niedrigste Stand ist seit fünfzehn Jahren.

00:11:57: Und gerade, weil du vorhin auch schön uns ein bisschen erklärt hast die Abgrenzung zu humanitären Hilfe nochmal.

00:12:02: Auch hier ist die humanitäre Hälfte Hilfe am stärksten betroffen mit fünfzig bis sechzig Prozent an Rückgang in der Finanzierung.

00:12:13: und dann kommt noch dazu es geht ja nicht nur um Deutschland sondern warum ich auch unbedingt über dieses Thema sprechen wollte weil es einfach wirklich ein sehr globales Thema ist, der USAID-Faktor.

00:12:27: Also Deutschland ist tatsächlich aus Versehen zum größten Geldgeber geworden international in der Entwicklungszusammenarbeit, weil nach Trump... also die Trump-Regierung hat USAID was praktisch das Equivalent in den USA ist zum BMZ die größte Regierungserringentur der Welt zu diesem Zeitpunkt noch Die globale humanitäre Finanzierung gestemmt haben eingestellt letztes Jahr zum ersten Juli.

00:12:58: Und dadurch ist Deutschland ganz unfreiwichtig auf den ersten Platz der internationalen Finanzierungen gerückt, aber nichtsdestotrotz hat ja Deutschland haben wir vorhin auch erklärt – auch massiv gekürzt!

00:13:10: Also einfach mal vielleicht zum Verständnis über was für Kürzungen und was für Höhen... ... wir denn eigentlich jetzt hier sprechen und genau, warum wir auch diese Folge machen.

00:13:20: Und ich glaube es ist ganz wichtig zu vermitteln, warum das dramatisch ist... ... aber auch warum das uns alle betrifft.

00:13:30: Das ist vielleicht eine sehr blannte direkte Frage,... ... die natürlich etwas sehr breit ist, aber vielleicht mit anderen Beispielen als jetzt nur dem Stellenmarkt,... ... dass ich kein Job bekomme in dem Sektor sondern tatsächlich... Warum ist das ein Problem, dass so viele Gelder fehlen in so einem kurzen Zeitraum auch zurückgegangen sind?

00:13:53: Also vielleicht kannst du ja von eurer Arbeit bei Safety Children berichten oder auch von anderen Organisationen.

00:13:59: Wo das wirklich zur Einstellung von Projekten geführt hat und was das für die Menschen vor Ort bedeutet.

00:14:05: weil ich glaube das müssen wir uns auch vor Augen führen.

00:14:07: Das bedeutet dafür tatsächlich Menschen auch etwas.

00:14:12: Ja, das ist das größte Problem dass durch diese Kürzungen entstanden ist die Auswirkung auf die Menschen.

00:14:19: Die Auswirkungen auf Kinder, auf Familien, die oft auch in den Momenten wo sie die Hilfe besonders dringend brauchen und im Moment ist es immer noch so das man versucht das irgendwie zu erfassen wie groß dieser Auswirkungs sind.

00:14:33: also es gibt verschiedene Schätzungen.

00:14:36: Es gibt eine Schätzung zum Beispiel die veröffentlicht wurde indem doch in der Fachzeitschrift bei Lancet Großbritannien Großprästisch und guten Ruf, diese Zeitschrift.

00:14:48: Wo Forscherinnen und Forscher davon ausgehen dass es bis zu zweiundzwanzig Millionen mehr vermeidbare Todesfälle gibt die nicht vermieden werden wegen dieser Kürzung.

00:15:01: das ist ein bisschen komische Formulierung.

00:15:02: das hat so mit dem Forschungsansatz zu tun.

00:15:05: bisschen konkreter, wenn ich mir bei Safety Jordan angucke.

00:15:07: Was bedeutet das?

00:15:08: Und ich habe das auch gesehen in den letzten Monaten schon.

00:15:10: Ich war letzten Oktober im Somalia, ich war im April im Sudan und die Kolleginnen berichten dann ja auch über die Projekte, die wir einfach dicht gemacht haben – die Gesundheitszentren, die Wir nicht mehr unterstützen können, die Schulen mit denen wir nicht mehr zusammenarbeiten können.

00:15:25: Ich nehme ein anderes Land, Afghanistan.

00:15:27: Wo ich auch zweimal schon war um Selfie Child und Projekte mir anzuschauen da mussten wir Kliniken vor allem einstellen.

00:15:35: also können wir nicht mehr unterstützen und damit brechen sie meistens auch wirklich zusammen.

00:15:39: die funktionieren nicht mehr mit den bis zu seven hundert tausend Menschen versorgt wurden bisher.

00:15:46: Wow!

00:15:46: Und das ist in einer Situation, wo jetzt die Mangelernierung bei Kindern ständig zunimmt.

00:15:52: also jedes zehnte Kind im Afghanistan unter fünf ist schwer mangelerniert.

00:15:57: Das heißt nicht nur mangelerniert sondern auf eine Art und Weise mangelarnert die lebensbedrohnt ist oder die zu bleibenen gesundheitlichen Schäden führt.

00:16:06: Das heißt, die Konsequenzen sind nicht nur im Hier und Jetzt sondern das wird das Leben dieser Kinder wenn sie überleben.

00:16:12: Ich ihre gesamtes Leben lang beeinträchtigen.

00:16:15: diese Mangelernährung in diesem kleinen Kind Alter Und diese Art von Beispiele findet man leider noch und möchtet.

00:16:23: Das muss man sagen, dass man kann sich über die Zahlen natürlich streiten.

00:16:28: ich weiß in den USA.

00:16:29: Elon Musk hat gerade neulich nochmal gesagt nee-nee-nee die ganzen Kürzungen bei USA die er ja größtenteils selbst mit umgesetzt hat die haben überhaupt keine negativen Auswirkungen habt etc.

00:16:40: Also das, was wir sehen und was ich höre von meinen Kollegen und Kolleginnen vor Ort in den am meisten betroffenen Ländern ist nein.

00:16:46: Natürlich haben wir Projekte runtergefahren also natürlich mussten wir ganz viele Leute entlassen mal abgesehen von den unmittelbaren Konsequenzen für die Kinder aber natürlich auch wir mussten ganz viele wirklich super ausgebildete extrem motivierte Kolleginnen und Kollegen entlassen zu neunundneunzig Prozent Menschen, die aus dem Betroffenen der anderen selbst kommen Wenn das eine Kollegin oder ein Kollegen, also jemand der in der Hilfe arbeitet aus Somalia, in Somalia.

00:17:16: Das ist ja nicht nur ein Gehalt sondern davon hängen oft echt große Familien mit ab.

00:17:20: damit schaffen die es ihre eigenen Kinder auch zur Schule zu schicken.

00:17:24: Also das hat schon gesellschaftlich große Auswirkungen und das tragische ist eigentlich auch dass das passiert nach vielen Jahren indem wir durchaus Fortschritte gemacht haben Also wir, die Welt auch vor allem durch die Entwicklungszusammenarbeit in denen die Kindersterblichkeit gesunken ist.

00:17:46: In denen die Zahl der Mädchen, die zur Schule gehen können drastisch dramatisch gestiegen sind.

00:17:52: Das heißt wie haben eigentlich in den letzten zwei Jahrzehnten extrem viel erreicht an Fortschritten und von denen gehen jetzt aber gerade ganz viele wieder verloren?

00:18:03: Okay das wäre jetzt eine Frage von mir gewesen.

00:18:05: also es ist tatsächlich so dass der Fortschritt einfach mal eingestellt wird, an dem Punkt den wir jetzt oder eingestellt aber sehr stark verlangsamen wird.

00:18:14: An dem Punkt, den wir erreicht haben durch die starke Arbeit in den vergangenen Jahrzehnten oder ist es tatsächlich dass das wieder rückläufig wird?

00:18:21: Also ist das schon möglich da so was festzustellen?

00:18:25: In welche Richtung das geht.

00:18:27: und unmittelbar sehen wir natürlich, wie gesagt wirklich Projekte eingesteldet werden von Hilfsorganisation.

00:18:34: Das heißt Das Kliniken geschlossen werden, dass es weniger Nahrungsmittel zu verteilen gibt auch unter Bevölkerung die schwer von Mangelernierung betroffen sind.

00:18:45: über Gaza, über Jemen, über Afghanistan.

00:18:48: Über Sudan also auch Länder die extrem von bewaffneten Konflikten von Kriegen betroffen sind das da reden wir vom Menschen die oft fliehen mussten um ihr um ihr Leben zu retten nicht weil sie es wollten sondern um ihr leben zu rettern von denen übrigens natürlich die meisten nicht in irgendein Nachbarland oder irgendwie nach Europa geflohen sind sondern innerhalb ihres eigenen Landes geflogen sind.

00:19:10: Die folgen sehen wir jetzt schon.

00:19:13: Die werden wir über die nächsten zwölf bis vierundzwanzig Monate immer mehr quantifizieren können, weil wir dann sehen bei den Indikatoren letztendlich wie sich die Frequenz, die Prozentzahl der mangelernierten Kinder etc.

00:19:27: weiterentwickelt.

00:19:28: Die längerfristigen Folgen – das wird ein bisschen schwieriger zu isolieren und wenn wir längerfristig sprechen oder mittelfristig sprechen möchte ich auch gar nicht Also verneinen, dass es ja durchaus viele auch glaubwürdige Analysten gibt die sagen das sich hier vielleicht auch eine Chance ergibt.

00:19:50: Weil das wichtige an Entwicklungszusammenarbeit ist ja wirklich auch dieses Wort der Partnerschaft, das man ganz häufig hört.

00:19:58: Das ist nicht nur eine leere Phrase sondern Entwicklung kann nur funktionieren wenn auf der anderen Seite insbesondere bei den betroffenen Regierungen dieser Länder auch wirklich die Bereitschaft, die Motivation der Wille und natürlich auch die Kompetenz besteht um so eine Entwicklung im Interesse der Bevölkerung voranzubringen.

00:20:19: Das kann man nicht von außen irgendwie einfach mal so schaffen.

00:20:23: das kann nur klappen wenn es eben vor Ort auch wirklich Menschen gibt und die Institutionen gibt die das weiter mitmachen.

00:20:29: und vielleicht ist jetzt so dass tatsächlich Dieser Druck, dieser Finanzdruck dazu führt dass sich halt auch Regierungen gerade in diesen Konfliktländern einfach vielleicht mal anders ihre Budgets ausgeben.

00:20:45: Also ich meine, es gibt ehrlich gesagt viel zu viele wirklich sehr arme Länder wo die Regierung skandalös viel Geld für ihr Militär ausgeben und viel zu wenig für die Bildung und die Gesundheitsvorsorge.

00:20:57: Und vielleicht zwingt die Tatsache dass eben weniger von der Bildung unter Gesundheit jetzt von außen finanziert wird Diese Regierung dazu auch mal intern ihr Budget umzuschichten und ein bisschen mehr Geld in Schulen und Kliniken anstatt in Panzer- und Drohnen zu stecken.

00:21:12: Und das wäre dann ja mittelfristig wirklich eine positive Auswirkung, das würde ich gar nicht ausschließen unter diesen ganzen Problemen die diese Kürzungen auf jeden Fall mit sich bringen dass es dabei auch dieser Schock kann auch positive Auswirkung haben.

00:21:26: Ja, total.

00:21:26: Also das ist super!

00:21:28: Du hast so ein bisschen auf meine nächste Frage auch schon übergeleitet.

00:21:31: Ich wollte nämlich tatsächlich darauf auch sprechen zu kommen Wie die Zukunft der Entwicklungszusammenarbeitin eigentlich aussehen würde hätte es keine Kürzungen gegeben.

00:21:42: weil wenn wir jetzt darüber sprechen wie wird es aussehen Wenn es die kürzenden gibt?

00:21:46: du hast nämlich vor drei Jahren war das glaube ich auf dem human rights fest wirklich hatte von mal erwähnt dass hier angeschaut aber paar panels auf den du in denen du saßt Da ging es dann auch um die Frage oder beziehungsweise hast du darüber gesprochen, dass der langfristige Plan von Entwicklungszusammenarbeit hier eigentlich ist.

00:22:02: Dass irgendwie dieser Sektor auch schrumpft?

00:22:04: Also das was jetzt geschieht, unfreiwillig, dass er schrumpscht, ist ja eigentlich der Wunsch, dass das irgendwann erwärtbar gewesen wäre also gewollt geschehen wäre.

00:22:16: Jetzt ist natürlich super schwierig zu sagen aber glaubst du, dass dieser Punkt irgendwann so auf eine natürliche Art und Weise eingetreten wäre?

00:22:26: Dass dann die Budgets sich gekürzt hätten weil sie weniger gebraucht werden oder ist das eigentlich fast auf eine paradoxe Weise gut eben wie das was du gerade gesagt hast.

00:22:36: Das wir jetzt dazu gezwungen werden, dass die Regierungen vor Ort dazu gezwungen werden um dass die Entwegungszusammenarbeit die Hilfe vor Ort gekürzte wird und zurückgeht.

00:22:46: Also genau der Erfolgsbeweis unserer Arbeit wäre ja eigentlich gewesen, wenn wir uns sozusagen selbst abschaffen können.

00:22:53: Wenn also die Unterstützung von außen einfach nicht mehr vorhanden, nicht mehr benötigt wird.

00:22:58: Das ist natürlich im Moment ein bisschen hypothetisch, wenn man das global sieht aber gleichzeitig muss man ja schon sagen dass es ja Länder gegeben hat und weiterhin auch Länder gibt, die sich mittlerweile so gut aus eigener Kraft entwickeln diese Hilfe von außen überhaupt nicht mehr nötig ist.

00:23:17: Also nehmen wir mal Ostasien, ich meine China hat lange erzählt von Entwicklungsfinanzierungen profitiert und ich weiß nicht ob das jetzt noch stattfindet aber ich würde immer so sagen braucht es jetzt eigentlich wirklich nicht mehr so sondern könnte man eher eigentlich mal von China auch einfordern dass sie selbst von sich aus mehr Entwicklungszusammenarbeit mit finanzieren in wesentlich ärmeren Ländern.

00:23:40: also Das

00:23:42: ist ja auch so in der Debatte ein bisschen.

00:23:44: Genau,

00:23:46: das muss und sollte auf jeden Fall so sein und ich glaube auch was total wichtig ist und ich glaub dafür werden wir als Menschen die in diesem Bereich tätig sind für Organisationen tätige sind die in der EZ eine Erwirkungszusammenarbeit auch in der Humanitätshilfe aktiv sind Auch häufig ja mal kritisiert, schaffen wir eigentlich irgendwelche Abhängigkeiten.

00:24:09: Also machen wir es gerade für die Regierung von denen ich eben schon sprach, die halt vielleicht lieber mehr Geld für Panzer oder manchmal auch für Luxuskarossen für den Staatschef ausgeben möchten.

00:24:20: Machen wir es denn eigentlich viel zu leicht dass sie die ganzen Sachen finanzieren können weil die Schulen und Die Kliniken werden ja sowieso von draußen irgendwie übernommen.

00:24:31: Das machen dann so die Geber und die NGOs, die werden sich da schon darum kümmern.

00:24:34: Da muss ich das als Staatschef nicht auch noch machen sondern ich kann mich eben eher um die schönen Seiten des Lebens sozusagen kümmert.

00:24:41: Das heißt es ist natürlich... Also sagen haben wir ohne das zu wollen, muss man immer dazu sagen aber eigentlich letztendlich den diesen sozusagen der Korruption einen gewissen Vorschub gegeben Und haben wir letztendlich vielleicht auch eine Abhängigkeit erzeugt.

00:24:59: Wenn jedes Jahr im Haushalt immer schon vorgeplant wird zu, naja gut ich meine Gesundheitbildung das wird ja sowieso größtenteils von außen finanziert.

00:25:08: Das ist natürlich nicht nachhaltig.

00:25:10: also dann geht es auch in die falsche Richtung und ich fand auch wiederum bei... Da hab ich auch schon Beispiele gesehen, wo man sich wirklich denkt wie kann denn das sein?

00:25:20: Das ist ein Land gibt wo wirklich die Regierung sagt.

00:25:22: Achtzig Prozent unserer Ausgaben für Gesundheit werden wir finanzieren durch Zusagen der Entwicklungszusammenarbeit.

00:25:33: Das geht natürlich nicht und da habe ich so gesagt dass es echt ein Spannungsfeld wird jetzt noch mal viel extremer durch die gekürzte Mittel aber das war vorher auch schon da.

00:25:43: Ein weiteres, und ich will es... Ich antworte jetzt immer sehr lange, das tut mir leid.

00:25:47: Das ist vollkommen gewünscht!

00:25:50: Aber ein weiteres Spannungsfeld wo wir uns wirklich vielleicht auch gerne nochmal bisschen darauf konzentrieren können ist natürlich letztendlich auch dieses Zusammenspiel zwischen internationalen Organisationen und lokalen Kräften, gerade lokaler Zivilgesellschaft und letztendlicher den betroffenen Menschen selbst also denen die deren Entwicklungen man unterstützen möchte, deren wirtschaftliche Entwicklung man unterstützen möchten.

00:26:12: Also wer hat da eigentlich was zu sagen und wer hat dann wie viel Einfluss?

00:26:15: Und inwieweit war das eigentlich der Fall – und das müssen wir uns echt selbst kritisch auch die Frage stellen – dass dank der Tatsache des wir letztendlich die Kontrolle über die Mittel und über das Geld hatten wir letztens auch immer maßgeblich entschieden haben, was gemacht wurde eher als dass es die betroffenen Menschen getan haben.

00:26:31: Das ist natürlich….

00:26:32: Ich habe es jetzt bewusst ein bisschen vereinfacht, aber das ist per se natürlich erstmal Grund falsch.

00:26:36: Das muss sich ändern und daran hat sie sich wirklicherweise auch eine Menge geändert und ich denke da wird der Trend auch weiter hingehen.

00:26:45: also es wird mehr und mehr einen Trend geben zu lokalen Akteuren die immer noch Vielleicht nicht die Mittel haben, aber die immer mehr Einfluss haben werden über das was mit den Mitteln geschieht und geschehen soll.

00:27:00: Und die auch immer mehr einfordern werden.

00:27:03: völlig zurecht!

00:27:04: Dass Organisationen wie Safety Children ihre Stimmen, ihre Meinung hören ernst nehmen und sich danach richten.

00:27:12: Ja, total.

00:27:13: Ich glaube du hast jetzt gerade nochmal irgendwie ganz viele Sachen angeschnitten wo ich auch Fragen zu hatte.

00:27:19: also einmal noch mal ganz zurück eigentlich fast so zu dem Anfang als sich die Einladung gemacht hat dass wir zu ganz verschiedenen Zeitpunkten in die Branche starten wollten.

00:27:27: eben da wollte ich dich auch noch fragen vielleicht das hast du jetzt grad ein bisschen angeschnitte man kann es vielleicht nochmal gleich ein bisschen mehr ausführen wie sich ... der Sektor tatsächlich entwickelt hat, als du angefangen hast.

00:27:38: Ende des neunzeiger Zweitausenderjahre zu wie es heute ist also gerade dieses Thema.

00:27:45: früher hat man ja auch noch Entwicklungshilfe gesagt.

00:27:47: jetzt sagt man spricht man eben mehr von der Entwicklungszusammenarbeit.

00:27:50: genau dieser Punkt also da hats ja einen Wandel gegeben.

00:27:54: das ist super wichtig und ich glaube trotzdem ist es wichtig dass auch immer gerechtfertigte Kritik geäußert werden sollte an der Entwicklungszusammenarbeit.

00:28:06: Natürlich, da gibt es massenweise Punkte die immer verbesserungswürdig sind keine Frage aber genau vielleicht kannst du so uns ein bisschen durchnehmen wie das im Vergleich zu den zweitausender Jahren so zu den letzten fünf Jahren sich so ein bisschen gewandelt hat in dem Sektor?

00:28:23: Gerne.

00:28:24: Ich versuch das tatsächlich mal ein bisschen persönlicher, wenn die das nichts ausmacht... weil ich glaube es ist etwas leichter als das so für den ganzen Sektor zu urteilen.

00:28:32: Aber ich meine, ich habe in deinerneunzehnt neunzehn angefangen für das Internationale Kompetiv von Roten Kreuz im Ostkongo zu arbeiten.

00:28:40: Das war ein Konfliktgebiet und danach hab' ich etwa einen Jahr zugebracht.

00:28:44: Danach war ich ein Jahr in Sierra Leone, in Westafrika also auch direkt Am Ende eines Bürgerkrieges eigentlich immer noch ziemlich unsicher, erzählte ich aber auf dem Weg zur Besserung und dann war ich nochmal ein Jahr lang von Nairobi aus sozusagen in der Region sehr viel unterwegs.

00:28:59: Ostafrika, Zentralafrika Und wir haben echt viele tolle Sachen gemacht, viele tole Kolleginnen und so weiter gehabt und eine ganz wichtige Rolle gespielt glaube ich.

00:29:09: Aber Wir waren auf einer Art und Weise organisiert intern, die man jetzt so einfach nicht mehr machen würde.

00:29:16: Also es war ganz klar eine Hierarchie zwischen internationalen Mitarbeitenden zu denen gehörte ich und dem überwiegenden Mehrheit, das waren sie schon damals der lokal angestellten Kollege in diesem Fall aus dem Kongo aus Sierra Leone.

00:29:30: Und diese Hierarchie war eingebaut und die hatte eigentlich mit deinem Status zu tun.

00:29:35: Und damals müssen wir auch ganz ehrlich sagen, waren die internationalen Mitarbeitenden vor allem aus den globalen Norden plus Australien zähle ich jetzt mal dazu bei SEMA

00:29:45: etc.,

00:29:46: aber das war wirklich schon so dass dass das muss auf viele Menschen vor Ort sehr neokolonial gewirkt haben.

00:29:58: Und dessen war ich mir damals nicht unbedingt so bewusst, auch nicht völlig unbewusst.

00:30:03: aber ich war damals auch sehr auf diese neue Aufgabe irgendwie konzentriert und auch herausgefordert davon Je mehr ich darüber nachdenke, aber so ein Revue muss sich schon sagen dass das ziemlich auffällig war.

00:30:13: Da hat sich extrem viel geändert noch immer bei Weiten nicht soviel wie sie ändern müsste.

00:30:20: Aber wenn ich jetzt eben besuche einen Einsatzladen von Safety Children und wenn ich mir da angucke wo es gibt immer noch internationale Mitarbeitende, aber wo kommen die eigentlich hier?

00:30:30: Und was bringen die eigentlich mit?

00:30:32: Das sind ganz häufig Menschen, die in Zudan.

00:30:35: der Länderdirektor kommt aus Somalia.

00:30:37: Der hat lange in der Hilfe in Somalia gearbeitet bevor er dann angefangen hat im Ausland zu arbeiten.

00:30:42: das ist jemand der selbst die Realität eines Bürgerkrieges ganz konkret am eigenen Leib mit erlebt hat.

00:30:48: und das heißt und es ist ganz typisch für Führungskräfte die man jetzt sieht bei ganz vielen NGOs in Einsatzländern das sind schon Menschen erst mal viel mehr, die aus den Ländern selbst kommen.

00:30:59: Aber auch von den internationalen vielmehr Menschen, die viel direkter und viel dichter dran sind an der Realität mit der sie da zu tun haben.

00:31:07: Und ich glaube das ist ein extrem wichtiger Punkt ehrlich gesagt.

00:31:13: Weil ansonsten was man vielleicht auch noch sagen kann Diese Vorstellung von dem, was Menschen eigentlich benötigen für ein würdiges Leben hat sich auch noch mal wesentlich erweitert.

00:31:26: Ich glaube wir waren damals Ende der neunziger Jahre schon noch so sehr fokussiert auf echt die Basics Ist ja auch erstmal wichtig ist, also natürlich sozusagen die Basics des Überlebens.

00:31:37: Ich hatte sie schonmal erwähnt, Ernährung, Gesundheit

00:31:40: etc.,

00:31:41: Bildung.

00:31:42: sicherlich auch ganz wichtig damals für uns beim Roten Kreuz war das Zusammenführen von Familien, der familienigen Kontakt tatsächlich so beschrieben als Basic.

00:31:51: Aber danach hat sich das immer weiter ausgeweitet.

00:31:53: Und ich glaube, gerade auch bis in die humanitäre Hilfe hinein, dass man immer mehr gesagt hat naja wir sprechen aber auch über Menschenrechte und über elementare Menschenreichte und wir müssen auch wahrnehmen super wichtig, dass gewisse Gruppen erfrauen Menschen mit Behinderung, natürlich auch Kinder.

00:32:08: Geflüchtete Menschen, intern vertriebene Menschen nochmal ganz eigene und oft sehr viel schwerwiegendere Bedarfe haben.

00:32:18: Oft einen ganz anderen Schutz brauchen.

00:32:20: Jemanden brauchen der sich für sie einsetzt für ihre Belangestellung bezieht.

00:32:25: Das hatten wir so Ende der neunziger Jahre schon auf dem Schirm aber viel weniger als jetzt.

00:32:30: Und es ist ja eigentlich auch extrem wichtig dass wir eben aufhören, sozusagen die Menge der Menschen, die von so einem Konflikt betroffen sind als eine homogene Masse wahrzunehmen.

00:32:43: Das sind sie natürlich nicht!

00:32:45: Das sind wir ja in unserer Gesellschaft auch nicht, sondern das sind ganz unterschiedliche Menschen mit ganz unterschiedlichen Bedarfen und auch ganz unterschiedlichem Potenzialen, die man stärken möchte soweit es geht.

00:32:57: Eine meiner größten Sorgen übrigens was diese Kürzungen betrifft, da muss man sich keine Illusionen machen.

00:33:02: Diese Kürzung werden disproportional übertrieben vor allem genau diese Gruppen betreffen die besonders vulnerabel sind und ich lade die Sorge die wir uns echt machen müssen jetzt zusätzlich zu der generellen Sorge über die kürzung ist genau die... Was passiert mit Frauen?

00:33:23: Frauen mit Mädchen unter acht sind die ungewollt schwanger werden, die früh verheiratet werden.

00:33:29: Die diese Hilfe besonders dringend brauchen und die sowieso ja tendenziell marginalisiert werden.

00:33:35: Wie sehr werden gerade solche Gruppen Kinder mit Behinderung ganz häufig?

00:33:41: Wie sehr werde grade solche Gruppe unter diesen Kürzungen leiden?

00:33:44: Ich glaube, man könnte noch viel mehr sagen.

00:33:46: Aber mein Punkt war einfach, glaube ich zu sagen positiv ist schonzusehen dass sich sozusagen dieses Bewusstsein dafür wie unterschiedlich die Menschen sind mit denen wir zu tun haben und wie wichtig es wirklich auf deren individuelle Bedürfnisse auch mehr einzugehen.

00:34:00: das dieses Bewustsein hat sich sehr sehr vergrößert Und manche KritikerInnen würden sagen viel zu sehr, weil letztendlich hat sich die humanitäre Hilfe viel zu viel vorgenommen und eigentlich soll sie sozusagen zu diesem kerngeschäft wieder total zurück und sich nur darauf begrenzen.

00:34:16: Die Kritik gibt es.

00:34:17: ich teile die nicht unbedingt muss

00:34:19: ich sagen Das ist spannend, ich hab die Kritik tatsächlich noch gar nicht gehört.

00:34:23: Aber ja, grundsätzlich kann man sagen wahrscheinlich, dass sich viel von der Meta-Ebene einfach so bisschen runter verschoben hat auf die Mikroebene.

00:34:32: Viel detaillierter und individueller gestaltet wurde.

00:34:36: Ich meine, ich habe das selbst auch gemerkt.

00:34:38: Ich hatte vergangenes Jahr vor zwei Jahren einen Freiwilligendienst gemacht.

00:34:43: Und ich mein, das Thema Freiwilligendienst Zu Recht.

00:34:48: Inwiefern ist das eine Hilfe?

00:34:51: oder nur, dass es uns ein tolles Gefühl gibt, dass wir einen tollen Aufenthaltsaufenthalt machen können?

00:34:56: Ist ganz rechtfertigt und da wurde schon sehr viel im Vorhinein mit uns gearbeitet an diesem Thema auch was unsere Rolle als weiß Person, die dann dort vor Ort arbeitet usw.. Deswegen glaube ich, da haben wir auch ganz viel darüber gesprochen.

00:35:11: Wieso?

00:35:11: Wir auch von Entwicklungszusammenarbeit nicht mehr.

00:35:13: Entwicklungshilfe sprechen und so weiter... Ich glaube es ist super wichtig dass der Wandel dort stattgefunden hat.

00:35:18: Das ist auf jeden Fall auch schön das du das so ganz offen erzählst.

00:35:22: Dass du jetzt rückblickend auch sagst, das war schon ein bisschen problematisch wie wir das damals mit den Hierarchien einfach gehandhabt haben.

00:35:29: Sag mal, mit wem hast Du denn ... Ich habe gesehen auch, Du hast in Costa Rica eine Walle gearbeitet.

00:35:34: Genau ja!

00:35:35: Mit was für

00:35:35: einer Organisation warst Du da?

00:35:37: Mit Engagement Global Mit dem ASA-Programm, falls ihr das was sagt.

00:35:41: Nee nicht spezifisch.

00:35:42: und wer mit wem hast du sozusagen vor Ort eigentlich am meisten zu tun gehabt und gearbeitet?

00:35:47: Ich war da vor Ort in dem Instituto Interamericana Paralla Corporacion de la Agricultura.

00:35:53: Ich hoffe ich habe es jetzt richtig gesagt.

00:35:55: Es ist eine sehr lange Wort also IKA.

00:35:57: Das ist tatsächlich auch... Also es gab auch ja Dienste oder Projekte, die dann viel ländlicher waren.

00:36:05: Viel mehr mit Menschen vor Ort und bei uns war es einfach auch eine überregionale Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Ländern in der interamerikanischen Region also auch mit Kanada USA und den ganzen südamerikanischen Ländern im Thema Landwirtschaft.

00:36:19: aber super spannend.

00:36:21: dort haben wir dann auch ja weil ich habe ganz lustig so ein bisschen der Moment Ich hatte meine Masterarbeit zu der.

00:36:30: Das ist ein bisschen technisch, wir gehen hier jetzt nicht zu tief darauf ein für die Zuhörenden.

00:36:34: Aber das war ganz cool, weil ich dann ein paar Monate später nach Costa Rica bin und vor Ort in dem Institut tatsächlich mit der Inter-American Development Bank und der FAO ein gemeinsames Event war und über diese Regulierung der EU gesprochen wurde – wie gehen wir jetzt mit dieser EU-Regulierung um?

00:36:51: Die uns alle betrifft!

00:36:54: Und, dass ich davor auch geschrieben hatte über die Auswirkungen auf die Entwicklungsländern durch unsere Politiken in Europa.

00:37:01: War ganz spannend!

00:37:02: Sehr

00:37:04: spannend, ja?

00:37:04: Ich wollte auch ein bisschen darauf hinaus und deswegen habe mich das jetzt auch interessiert zu hören weil ich glaube, ich habe in meiner vorherigen Antwort echt noch einen super wichtigen Faktor vergessen der sich massiv geändert hat.

00:37:15: Und zwar ist es einfach in den letzten zwei drei Jahrzehnten... ...und ich glaube da sieht man überall, dass sich sozusagen die lokalen Kapazitäten Also die lokalen Organisationen, die es mittlerweile gibt.

00:37:26: Die lokalenen NGOs mit den Wir von Safety Children zusammenarbeiten in allen möglichen Ländern sind extrem viel stärker und umfassender und präsenter geworden.

00:37:38: Es gibt unglaublich viele echt super Erfahrene Und mittlerweile auch oft sehr gut ausgebildete Menschen in den Ländern selbst.

00:37:47: Das sind die treibenden Kräfte bei uns, wenn ich mir die Arbeit angucke, die wir machen in Afghanistan oder im Sudan

00:37:53: etc.,

00:37:54: wirklich die treibende Kraft auch in dem Design der Projekte.

00:38:00: In den strategischen Entscheidungen.

00:38:01: was wir jetzt wirklich machen müssen das sind zunehmend Menschen von da und da hat sich... Da sind wir noch lange nicht am Ziel echt nicht.

00:38:09: aber da hat es sich sehr viel getan verglichen zu wie das Ende der neunziger Jahre Anfang der Nullerjahre noch war.

00:38:16: Da hoffe ich immer so ein bisschen auf die Entwicklungszusammenarbeit, weil das muss ja eigentlich der Kern der Entwicklungs- zusammenarbeit sein.

00:38:23: Also noch viel mehr als in der Nothilfe kann man ja verstehen dass oft Menschen und Länder in extremen Krisen da sind wo natürlich auch Genau die Leute, die echt fit sind.

00:38:36: Die erfahren sind, wie viel Energie haben vielleicht fliehen mussten oder vielleicht sogar ins Leben gekommen sind oder eben selbst in einer kreativen Krise stecken.

00:38:43: das ist ja ein Entwicklungskontext nicht unbedingt der Fall und deswegen ist es super wichtig dass gerade im Entwicklungs Kontext eben diese lokalen Fähigkeiten Kapazitäten in den Mittelpunkt gestellt werden.

00:38:53: Und ich glaube da hat sich Wie gesagt gibt's noch einen weiten Weg aber da hat sie schon eine Menge in die richtige Richtung auch entwickelt.

00:38:59: Das wäre jetzt blöd das nicht anzuerkennen irgendwie.

00:39:03: Ja Ich meine, es ist ja auch wichtig und richtig so, dass das so geschehen ist.

00:39:07: Ja.

00:39:08: Auf jeden Fall!

00:39:09: Sonst ist es einfach eine recht Frage, also auch Legitimitätsfrage des Menschen von vor Ort aus dem betroffenen Land irgendwie auch das sagen haben sollten wenn's um ihre Zukunft geht.

00:39:20: Aber wenn man sie nicht macht, dann ist die Verschwendung unheimlich talentierten Leuten mit sehr viel Energie und durchaus auch vielen Ressourcen.

00:39:29: Und wenn wir schon immer knappere Mittel reden, das können wir uns also überhaupt nicht leisten auf das was vor Ort verfügbar ist.

00:39:37: Nicht zurückzugreifen und das voran zu nutzen.

00:39:40: Ja Florian ich würde gerne mit dir noch weitergehen und so ein bisschen ein anderes Kapitel anschneiden.

00:39:48: Und zwar würde ich gerne darüber sprechen über die Kommunikation der EZ international, an die Bevölkerung.

00:39:56: Du kommst ja auch aus dem Journalismus, hast du von der Aach gesagt, ursprünglich?

00:39:59: Du hattest in einem Beitrag, den ich gesehen hab mal über dich selbst gesagt, du bist ein Kommunikationsmensch und deswegen will mich mal so ein bisschen interessieren.

00:40:08: Ganz zu Beginn hatten wir auch mal davon gesprochen, da habe ich berichtet, dass ich das im privaten Umfeld kenne, dass viele mit dem Migriff gar nichts anfangen können, sich nicht wirklich was darunter vorstellen können.

00:40:20: Hat die EZ ... Also die Entwicklungszusammenarbeit, ich hab es von die ganze Zeit versucht nicht das Ergründung zu benutzen.

00:40:26: Ein Kommunikationsproblem also war das früher vielleicht auch noch mal ... Das ist so toll dass du's schon so lange dabei wirst, dass du den Vergleich ausziehen kannst wie sich das entwickelt hat verändert hat?

00:40:39: War das mal präsenter im öffentlichen Bewusstsein?

00:40:42: Du hast ja vorhin zum Beispiel auch von dem Tsunami-Wirgesprache gesprochen Dass da ein Riesending war und total viel gespendet wurde.

00:40:49: hat sich da was verändert von der öffentlichen Wahrnehmung und in welche Richtung?

00:40:55: positiv, negativ?

00:40:56: ist das ein Problem?

00:40:58: Kannst du uns darüber etwas erzählen.

00:41:00: Also ich glaube so eine Sache die sich nicht unbedingt geändert hat ist dass es immer wieder so große Krisen gibt auf die Menschen auch in Deutschland und die breite Öffentlichkeit also die Gesellschaft wir mit einer großen Solidarität reagieren.

00:41:18: Also, wenn du gerade von dem Tsunami-Vier sprichst – ich glaube die Reaktion, die man da gesehen hat, das hat man dann ja als Reaktionen auf die Ukraine wiedergesehen Und es gibt immer wieder Krisen.

00:41:28: Wir sehen das ja auch bei Safer Children, wir haben über hundertfünfzigtausend Menschen die uns jeden Monat mit einer Dauerspende unterstützen.

00:41:36: Das sind oft Menschen, die gar nicht so viel haben ehrlich gesagt und die trotzdem sich entscheiden von ihrem hart verdientem Geld vielleicht zehn, fünfzehn Euro im Monat für unsere Arbeit zu spenden.

00:41:46: Das gibt es schon noch!

00:41:47: Und ich finde es auch immer wichtig, das zu betonen.

00:41:52: Und an die Menschen natürlich wollen wir den Berichten, was mit ihrem Geld geschehen ist.

00:41:59: Ich glaube da setzt ein bisschen unser erstes Problem an als Sektor.

00:42:03: Wir sind sehr gut darin zu beschreiben, was wir mit dem Geld gemacht haben also welche Aktivitäten wir durchgeführt haben das uns aber nicht so gut gelingt es wirklich zu zeigen wie sich das Leben der Kinder dank dieser Spende, dank unserer Arbeit wirklich maßgeblich verändert hat.

00:42:23: Das heißt wir haben... Wir kämpfen damit wirklich die Wirkung unsere Arbeit zu beschreiben.

00:42:29: Weil letztendlich – wir können natürlich sagen okay so und so viele mehr Kinder gehen zur Schule aber letztendling was wir ja eigentlich auch sagen wollen ist und weil sie in die Schule gehen konnten, hat sich ihr Leben auch als erwachsener Mensch Dementsprechend verbessert.

00:42:47: Welchen mal?

00:42:48: ein anderes Beispiel, Mangelernierung?

00:42:50: Wir sind sehr gut darin zu sagen wir haben so und so viele Nahrungsmittel in die am meisten betroffene Regionen sehr entlegen logistisch sehr schwierig etc.

00:42:59: dort hin transportiert und mangelernierten kleinen Kindern zur Verfügung gestellt.

00:43:04: aber Wir tun es schwer damit zum Beispiel zu beschreiben, wie wir das eigentliche Problem der Mangelernierung aber in den Griff bekommen haben.

00:43:12: Also ich glaube, dass ist eine Schwierigkeit wirklich die Wirkung unserer Arbeit zu beschreiten.

00:43:18: Wie ist die Welt besser geworden?

00:43:21: Weil ich an Saithed Chirin gespendet habe.

00:43:23: Ich glaube wenn ich als Spender oder Spenderin so ein bisschen diesen Anspruch an uns hätte, das könnte ich absolut nachvollziehen weil es ist völlig legitim und deswegen spenden Leute ja auch!

00:43:33: weil sie hoffen, dass wir damit gemeinsam mit ihnen sozusagen die Welten ganz ein bisschen besser machen können für Kinder.

00:43:41: Dass die Geschichte müssen wir besser erzählen.

00:43:44: Was anderes zweiter Punkt würde ich sagen ja in der Zeit wo es tendenziell gut lief und auch die öffentliche Finanzierung gut war relativ gesichert war und man muss ja auch dazu sagen gerade in Deutschland fairerweise seit Jahrzehnt zwanzig fünfzehn bis zwanzi zwanzundzwanzig dreinzwanzigt eigentlich deutlich zugenommen hat Da haben wir uns wahrscheinlich zu wenig darauf fokussiert, einfach zu erklären und zu überzeugen von dem was wir denn wirklich machen.

00:44:12: Ich glaube, wir haben als Sektor diese gefährliche Tendenz uns sehr hinter Fachjargon zu verstecken.

00:44:19: Wie du es eben so schön sagtest, nee, sehr mit Abkürzungen zu arbeiten die aber außerhalb unseres Sektors niemand kennt und auch ehrlich gesagt auch niemand kennen muss.

00:44:27: Total!

00:44:27: Weil wir müssen ja so reden wie Leute uns verstehen.

00:44:30: das geht ja nicht darum dass die Leute irgendwas lernen müssen um uns zu verstehen.

00:44:33: Das kann ja nicht der Anspruch sein.

00:44:34: also ich glaub da haben wir eine Chance verpasst und da hätten wir wahrscheinlich einfach greifbarer machen müssen, worum es geht.

00:44:41: Und auch greifbacher ist man sehr erstaunlich dass wir die Erfolge die erreicht wurden nicht vermittelt bekommen haben.

00:44:48: Die Tatsache das die Kindersterblichkeit bei den unter fünfjährigen mittlerweile auf unter fünf Millionen pro Jahr gefallen ist was immer noch eine schockierend hohe Zahl ist.

00:44:57: aber der Rückgang ist echt erstauntlich!

00:44:59: Das haben wir nicht vermittelt bekommen und das liegt nicht an den Leuten.

00:45:02: das liegt dann uns.

00:45:04: ein letzter Punkt Darf man auch nicht vergleichen, der sich echt geändert hat.

00:45:09: Wir werden angegriffen teilweise durch eine verdrehte und verzerrte Berichterstattung gar nicht medial aber auch zum Beispiel von extremen Rechts.

00:45:22: Zum Beispiel diese bekannt berühmt berüchtigte Geschichte der Radwege in Peru.

00:45:26: ich meine das ist einfach Die Art und Weise wie diese Geschichte erzählt, wo der instrumentalisiert wurde um die Entwicklungszusammenarbeit anzugreifen entspricht ja überhaupt nicht der Realität des eigentlichen Projektes.

00:45:38: Magst du es mal kurz erklären?

00:45:39: Ich weiß, ich kenne die gar nicht.

00:45:41: Ja!

00:45:41: Die Radwege in Peru das waren wann war das jetzt?

00:45:44: letztes Jahr oder vorletztes Jahr kamen ziemlich viel so aus rechtsrichtigsten Kreisen auch manchmal auch schon mit aufgenommen mehr so einer konservativen Presse unter anderem und da ging es darum.

00:45:54: ein bisschen polemisch formuliert so nach dem Motto deutsche Steuergelder werden jetzt benutzt um einen Radwegenetz in Lima der Hauptstadt von Peru aufzubauen.

00:46:04: aber gleichzeitig haben fehlen bei uns die RadweGE und die, die es gibt sind alle im schlechten Zustand.

00:46:09: in Klammern kann ich nur bestätigen weil ich in Berlin viel Rad fahre.

00:46:14: Und das war so ein bisschen die Polemik.

00:46:15: Das stimmt!

00:46:16: Ich kenne die Details nicht so genau aber das stimmt tatsächlich nicht sondern es war tatsächlich ein Kredit der vergeben worden war von der Bundesregierung an die Stadtverwaltung LIMA wo's umso ein integriertes Transportkonzept ging.

00:46:30: Aber es war schon ein rückzahlbarer Kredit, nicht einfach irgendwie so Geld was übergeben wurde.

00:46:36: Und das wurde echt so instrumentalisiert!

00:46:39: Ich habe davon so wahnsinnig viel immer wieder gehört.

00:46:41: Es wurde immer wieder angesprochen Das heißt, die Entwicklungszusammenarbeit ist auch, muss man ganz klar sagen gerade von extrem rechts als so ein leichtes Ziel auserkoren worden.

00:46:50: Was kann man angreifen?

00:46:51: Dieses Narrativ nach dem Motto Aya ya.

00:46:55: irgendwo in Afrika werden Schulen mit deutschen Steuergeldern bezahlt aber die Schulen hier, die schuldlos bei meinen Sohn und meiner Tochter sind kaputt und werden nie repariert.

00:47:05: Die beiden Dinge haben eigentlich wirklich nichts miteinander zu tun, ist mal ganz konkret zu sagen.

00:47:10: Aber das funktioniert natürlich als Polemik leider sehr gut und dem haben wir – ich glaube da hat es viele Diskussionen gegeben dem ist es auch schwer, etwas entgegenzusetzen.

00:47:23: Wenn einmal so was losgetreten wird in den sozialen Medien ist uns aber nicht gelungen das Gegenargument zu finden und es ist schade weil wenn man sich umfragen etc.

00:47:35: anguckt dann sieht man ganz bewusst jetzt zur Entwicklungszusammenarbeit also die längerfristigen Bemühungen.

00:47:43: da gibt's eine Menge Kritik in der öffentlichen Meinung.

00:47:45: aber es gibt tatsächlich immer noch Ich habe jetzt gerade meine Umfrage angesehen, wo knapp über fünfzig Prozent eigentlich immer noch relativ von davon überzeugt sind.

00:47:55: Dass auch deutsche Steuergelder dafür ausgegeben werden sollten.

00:47:59: und das wird vor allem angetrieben schon von einem Gedanken der globalen Solidarität einerseits, dass man schon findet, es gibt Menschen die sehr viel Härte haben als wir finden das auch gut, wenn ein Teil unserer Steuern dafür ausgegeben wird.

00:48:16: Den dabei zu helfen sich selbst auf die Beine zu helfen sozusagen.

00:48:20: und es gibt natürlich auch andere, die sagen Das macht Sinn weil wir versuchen können verschiedenen Krisen vorzubeugen verschiedene Entwicklungen zum Beispiel Massen harter Flucht und Migration aus Krisenkrönten etc.

00:48:34: Die Motivation des gibt es auch.

00:48:36: also Leute sprechen durchaus darauf an.

00:48:39: aber Wir müssen auch selbstkritisch feststellen, dass es uns bis jetzt bei Weitem nicht ausreichend gelungen ist die Leute wirklich zu erreichen.

00:48:50: Genau und deswegen die Kritik leider... Wie gesagt berechtigte Kritik ist nicht das Problem.

00:48:56: aber die polemische Kritik die vor allem darauf ausgerichtet war um der Entwicklungszusammenheit zu schaden Die hat eben sehr viel Platz eingenommen.

00:49:06: Ja und ich glaube was ganz wichtig ist dabei auch zu sagen Naja, die ganzen Kürzungen über die wir vorhin gesprochen haben.

00:49:13: Das Geld ist ja leider ... Es wär ja schön, wenn das in soziale Infrastruktur-Projekte in unserem Land fließen wird.

00:49:19: Um diese polemischen Argumente wie du sagst hier sind die Radwege, also bei uns sind sie kaputt aber dafür richten wir sie in Peru.

00:49:26: Also um jetzt hier diese Problemik noch mal aufzubringen als Beispiel.

00:49:31: Das stimmt ja so nicht!

00:49:32: Selbst wenn das Geld was ein Kredit war, wie du es gerade auch richtig richtigerweise beschrieben hast egal welches Geld in die Entwicklungszusammenarbeit fließt.

00:49:41: Das würde bei uns, also das was jetzt alles gekürzt wurde diese massiven Zahlen auf die wir von zu sprechen kamen sind ja stattdessen in so etwas wie Verteidigung geflossen.

00:49:50: Also es funktioniert ja leider tatsächlich gar nicht so dass das Geld dann einfach verfügbar wäre für genau diese Projekte bei uns im Land.

00:50:00: Und ich glaube, du bist gerade auch sehr schön wieder auf meinem nächsten Punkt übergleitet.

00:50:05: Du übernimmst meine Überleitungen für mich immer schon!

00:50:08: Das ist super und zwar ja so ein bisschen die Debatte.

00:50:13: also du sagst über fünfzig Prozent sagen immer noch okay wir sind dafür dass Entwicklungszusammenarbeit durch unsere Gelder ergibt und unterstützt wird.

00:50:22: Und da ist so ein bisschen meine Frage, ich hab tatsächlich darüber nachgedacht.

00:50:26: Warum möchte ich denn diesen Sektor arbeiten?

00:50:28: Also warum ist das ein Thema was mir wichtig ist?

00:50:32: Ich glaub einen Punkt den du jetzt nicht angesprochen hast wo du auch gerne gleich noch drauf eingehen kannst es natürlich auch historische Verantwortung.

00:50:39: also ich glaube der is ganz vielen Menschen gar nicht so unbedingt präsent bewusst.

00:50:48: was aber ein wichtiger Faktor ist.

00:50:51: Und der andere Punkt ... ist bei den Mehrheiten, die dann doch zustimmen, Solidarität und Empathie.

00:50:59: Ist jetzt ganz zugespitzt gefragt.

00:51:02: Aber finden wir Entwicklungszusammenarbeit tatsächlich nur wichtig?

00:51:07: Wenn wir auch EmpathIE empfinden?

00:51:10: oder würdest du sagen es gibt schon auch ... Ich hab selbst überlegt, hab ich gespannt, was du sagst.

00:51:16: gibt es auch handfeste so wirtschaftliche oder sicherheitspolitische Eigeninteressen, die dafür sprechen würden.

00:51:22: Also wirklich aus Eigeninteressensperspektive zu sagen ich unterstütze das ist gut dass wir diese Projekte machen weil das bringt am Ende auch uns was

00:51:31: Genau?

00:51:32: also ich finde erst einmal find' ich sehr schön, dass du den Begriff Empathie betonst, weil ich glaube das war für mich immer sehr wichtig in der Motivation.

00:51:41: Ich würd's aber kombinieren mit dem anderen Bericht nämlich Menschenrechte Weil ich glaube, letztendlich geht es sowohl bei der humanitären Hilfe und auch bei der Entwicklungszusammenarbeit um fundamentale Menschenrechte.

00:51:53: Und das Interessante an Rechten ist ja – das ist ja immer so der Test für uns alle – dass Empathie sozusagen haben wie übrig für Menschen denen gegenüber wir was Positives empfinden.

00:52:04: Rechte haben aber alle!

00:52:06: Rechte haben auch die Menschen, die wir ganz furchtbar finden und das ist ja gerade das Wichtige an Rechten.

00:52:12: Und ich glaube rechtlich spielen eine sehr große Rolle und Menschenrechte haben eine sehr grosse Bedeutung für viele Menschen in diesem Land.

00:52:19: und deswegen glaube ich schon dass es auch wichtig ist also für mich persönlich weil diese Motivation war wichtig das auch als ein Einsatz für elementare Rechte eigentlich irgendwie wahrzunehmen.

00:52:32: zu den eigenen Interessen Also, was ich jetzt eigentlich sagen sollt ist natürlich das Eigeninteressen keine Rolle spielen und dass gerade in der humanitären Nothilfe Eigeninteresse keine entscheidende Rolle spielen dürfen.

00:52:52: Und es stimmt auch die Nothilfe muss sich wirklich danach richten wie akut der Bedarf ist.

00:52:58: Wer sie am meisten braucht muss sie zuerst bekommen.

00:53:01: Das ist so das grundlegende Prinzip Und das sollte passieren unabhängig von politischen oder wirtschaftspolitischen Zielen.

00:53:09: Bei der Entwicklungszusammenarbeit ist es ein bisschen anders, da finde ich es durchaus legitimer zu sagen ne lasst uns mal nach Lösungen suchen wo wir eigentlich beides gemeinsam hinkriegen also wo wir sowohl einen wirklichen Entwicklungspolitische Mehrwert in den betroffenen Partnerländern erzielen aber dass vielleicht auch letztendlich uns hier nutzen kann.

00:53:29: Das finde ich jetzt per se erstmal nicht irgendwie nicht falsch, man muss natürlich Gedanken darüber machen welcher Faktor wie ausschlaggebend wird.

00:53:40: Also das darf die Entwicklungszusammenarbeit darf nicht zusammengeschrumpft werden und sozusagen von Außenwirtschaftsforderungen für deutsche Unternehmen werben, die nach günstigen Investitionschancen suchen.

00:53:51: also das ist vielleicht auch wichtig aber das sind dann keine Entwicklungs.

00:53:54: zusammenarbeiten.

00:53:55: hier Der Punkt Sicherheit den finde ich besonders interessant, weil ich glaube im Moment wird ja viele investiert.

00:54:01: Du hast es gesagt und die in die Verteidigung und ein Sicherheitsbegriff wird verwendet.

00:54:07: Die Sicherheit wird sehr stark als Priorität beschrieben und das will ich per se auch gar nicht unbedingt abstreiten aber der Begriff der Sicherheit den wir verwenden ist viel zu eng gesteckt.

00:54:18: Sicherheit ist nicht nur Militär, das sind nicht nur Dronenpanzer und irgendwelche Raketen die man an Grenzen aufstellt damit andere Streikräfte nicht einmarschieren.

00:54:28: Sondern Sicherheit ist letztendlich auch schaffen wir es in Ländern sozusagen gesellschaftliche Umstände mit zu ermöglichen die Gefahr einer Radikalisierung vermindern die Menschen ein stabiles Auskommen verschaffen, ohne dass sie zur Waffe greifen und womöglich irgendwie anfangen kriminell zu werden.

00:54:48: Denn ganz viele der Sicherheitsprobleme, die wir haben sind ja auch Kriminellen Ursprungs.

00:54:53: Und deswegen würde ich zum Beispiel sagen wenn ich mir jetzt mal die Ukraine anschaue natürlich gibt es unheimlich viel Militärhilfe hat als Ziel mehr Sicherheit für die Ukraine.

00:55:03: Es gibt aber auch unheimlich viele andere Hilfe, die es Ukrainern und Ukrainerinnen ermöglichen soll, weiterhin in schwierigen Umständen hoffentlich gesund zu bleiben den Kindern ermöglichend sollen auf eine Inni Schule zu gehen

00:55:15: etc.,

00:55:15: selbst wenn das nur im Bunker möglich ist.

00:55:17: Das ist doch eigentlich genau so.

00:55:19: Sicherheit.

00:55:20: Also mein Argument wäre zu sagen, das ist diese menschliche Sicherheit.

00:55:25: Die entsteht auch daraus dass man den Menschen ein gutes Leben mit ermöglicht nicht nur dass man sie vor dem nächsten Angriff schützt.

00:55:36: und da finde ich greift die Diskussion oft zu kurz wenn wir Und da finde ich, kann man durchaus argumentieren dass gerade die Entwicklungszusammenarbeit denn es ihr denn gelingen kann mit zur Stabilisierung einer Gesellschaft eines Landes eine Region beizutragen.

00:55:56: Absolut sicherheitspolitisch relevant ist.

00:55:58: und meine Sorge ist das sie irgendwann so viel uns nur über Drohnen etc.

00:56:03: damit befassen, dass wir diesen Aspekt total aus den Augen verlieren.

00:56:07: Ja ich glaube tatsächlich habe ich die Frage mir überlegt oder selbst gestellt.

00:56:13: Weil ich mir so dachte, okay ... am Ende ist man im Überlebenskampf oftmals selbst auf seine Eigenbedürfnisse fokussiert und ich glaub wir leben ja gerade in der Zeit, wir sehen das an ganz vielen Punkten.

00:56:25: die Gesellschaft spaltet sich immer mehr Man sieht immer abnehmende Solidarität.

00:56:31: Ich kenn tatsächlich keine Studien dazu aber weil wir eben grade so das stärkste Erhebel irgendwie für den Zuspruch bei der Entwicklungszusammenarbeit eben die Solidarität ist habe ich mich so gefragt Naja, wenn aber Menschen immer mehr darauf fokussiert sind.

00:56:44: Du hast selber von gerade angesprochen Leute die teilweise spenden sind selbst vielleicht gar nicht Also haben gar nicht so viel Geld im Monat zur Verfügung.

00:56:51: also Wieso sollte ich es denn dennoch tun?

00:56:55: und ich glaube deswegen habe Ich mir wirklich so diese frage gestellt gar nichts so klar.

00:56:59: ist der primäre grund also da sollte nie abweichen von dem Grund dass wir Ja das für die menschen vor ort gut ist und nicht aus eigen Interesse geführt werden.

00:57:11: Aber vielleicht hilft das tatsächlich gerade wieder diese Frage, die wir zuvor gestellt haben hat die EZ ein Kommunikationsproblem.

00:57:18: Vielleicht hilft es da so ein bisschen den Zuspruch zu erhöhen wenn man mehr kommuniziert.

00:57:23: warum ist das auch für uns im Land vor Ort wichtig?

00:57:27: Wenn wir in anderen Ländern für Sicherheit sorgen wie du grade auch erläutert hast Sicherheit geht nicht nur dieses eine Wort was Sicherheit bedeutet.

00:57:35: Warum ist das?

00:57:38: war es nicht andere Sachen, die ich selbst darüber nachgedacht habe.

00:57:40: Zum Beispiel auch das Thema Gesundheitsvorsorge, Versorgung vor Ort ... Wir hatten an der Pandemie gar nicht so lange her.

00:57:48: Wenn wir vor Ort sicherstellen, dass es auf der ganzen Welt gute Gesundheitsversorgungen gibt, minimieren wir damit ja auch die Risiken für solche Ereignisse und die dann unmittelbar uns betreffen.

00:57:59: Ich denke jetzt, wenn man da ein bisschen sucht, gibt's bestimmte Argumente und vielleicht ist es gar nicht schlecht, öfters auch über solche Sachen sprechen beziehungsweise die einfließen lassen.

00:58:11: Ich weiß nicht was du da

00:58:11: so denkst?

00:58:12: Ja, auf jeden Fall und ich glaube wie gesagt man muss das dann immer gegeneinander abwägen.

00:58:17: aber zum Beispiel ein weiteres Argument ist ja auch wenn es um Fachkräfte geht.

00:58:22: Das ist jetzt ziemlich klar dass in diesem alternden Land wo leider immer weniger junge Menschen auf den Arbeitsmarkt kommen wir darauf angewiesen sein werden das auch zunehmend Fachkräfte aus dem Ausland nach Deutschland kommen, um hier zu arbeiten.

00:58:40: Und wiederum – ich glaube auch da kann es absolut okay sein ein Teil der Entwicklungszusammenarbeit darauf zu verwenden, um Fachkräften auszubilden unter anderem damit sie vielleicht später auch in Deutschland arbeiten können aber natürlich nur wenn das nicht auf Kosten ihrer eigenen Wirtschaft geht.

00:58:59: Das möchte ich gleich hinzufügen, ne?

00:59:00: Aber das kann man, dass.

00:59:01: da gibt's durchaus erfolgreiche Beispiele für.

00:59:04: Ich wollte noch mal was ganz anderes hinkommen, weil du das angesprochen hast und für mich ist es besonders wichtig.

00:59:08: Ist so ein bisschen die eigene Motivation.

00:59:10: Warum macht man das?

00:59:11: Und du hast es auch vorhin also deine eigene Zeit in Costa Rica glaube ich einmal angesprochen, hast kurz beschrieben!

00:59:17: Es ist super wichtig dass man auch sagt, dass man so eine Art von Job macht weil man für sich selbst etwas erreichen möchte, weil man selbst etwas lernen möchte... eigentlich bekommen aus diesem job.

00:59:31: ich habe wirklich sehr viel glück gehabt mit unglaublich vielen tollen menschen zusammengearbeitet und hab sehr davon profitiert.

00:59:39: Und das ist auch absolut legitim.

00:59:42: also dass was was was wirklich benötigt wird von Menschen die in diesen bereich arbeiten möchten ist schon auch Ein gesunder Pragmatismus und ich glaube, dazu gehört auch dass man sich selbst gut einschätzen kann.

00:59:54: Dass man selbst weiß das es nicht darum geht, dass man hier jetzt irgendwie für das große ganz sehr gute irgendwie aufopfernt.

01:00:02: Das geht nicht!

01:00:03: Wir brauchen Menschen die auch durchaus in Ambitionen verfolgen für sich selbst, die auch ehrgeizig sind... ...die auch für sich persönlich was erreichen wollen.

01:00:12: Es ist total legitim.

01:00:14: Das sehe ich ja logischerweise auch bei ganz vielen von den Kollegen aus den Betroffenen Ländern.

01:00:19: Also, die machen diesen Job nicht nur weil sie Kindern in ihrem Land helfen wollen sondern natürlich auch weil sie sich genau wie wir und du wahrscheinlich auch beruflich und persönlich weiterentwickeln wollten.

01:00:31: Das ist eine supergute und wichtige Motivation.

01:00:35: Und das ist ja auch der Anspruch, also wir wollen... Also wir suchen zum Beispiel ganz bewusst nach neuen Kolleginnen eigentlich mit ganz ähnlichen Ansprüchen wie das jetzt in Unternehmen tun würde.

01:00:46: Das reicht uns nicht.

01:00:47: wenn jemand zu uns kommt sagt ich möchte endlich mal was Gutes machen.

01:00:50: Also das reicht

01:00:50: auf keinen Fall!

01:00:53: Ja, ich glaube es ist eine schwierige Grundlage die auf jeden Fall nicht reicht.

01:00:56: Das macht glücklicherweise auch kaum noch jemand.

01:00:59: Die Fälle werden immer weniger.

01:01:00: Das sind wir wieder beim Punkt, dass sich doch vieles gewandelt hat.

01:01:03: Gott sei Dank über die Jahre auch!

01:01:07: Wir reden jetzt schon knapp eine Stunde ne?

01:01:08: Ich würde jetzt tatsächlich so dem auf das Ende zu wandern und ich hatte mir gedacht... eigentlich möchte ich mit diesem Podcast auch den Zuhörenden natürlich Informationen vermitteln.

01:01:22: Und ich hoffe, das haben wir jetzt!

01:01:23: Ich habe ja am Anfang auch über unser Ziel gesprochen einen Grundverständnis zu schaffen und auch ein Verständnis warum das wichtig ist, das Thema.

01:01:32: Jetzt aber so ein bisschen die Frage was kann denn eine Person, die uns jetzt eine Stunde lang – vielen Dank dafür übrigens – zugehört hat?

01:01:40: Was können sie tun also für die einzelnen Personen?

01:01:45: Thema Spenden hast du jetzt ... Da haben wir ein, zwei mal schon drüber gesprochen.

01:01:49: Hab ich mir auch aufgeschrieben, dass ich möchte, dass du was dazu sagst?

01:01:51: Ist, glaub ich, ein superwichtiges Thema!

01:01:54: Weil ... Ich glaube es besteht in der Bevölkerung eine Grundunsicherheit oftmals.

01:02:02: Was passiert denn, wenn ich da spende, kommen die Gelder tatsächlich an und wird gesagt, ihr informiert die Spendenden darüber, was mit den Geldern gemacht wird aber ... Ja, kannst du uns vielleicht auch wenn dir Maßnahmen einfallen über Spenden hinaus was eine einzelne Person tun kann die sagt mir ist das wichtig?

01:02:19: wie kann man das unterstützen?

01:02:21: Wenn die Politik jetzt gerade einfach die Finanzierung kürzt.

01:02:25: Kannst du da unseren Zuhörenden nach ein bisschen was mitgeben?

01:02:28: Sehr gerne.

01:02:29: Also auf jeden Fall ist das Spenden war schon immer wichtig und wird natürlich jetzt immer wichtiger noch, weil eben die staatliche Finanzierung auch zurückgeht und wir natürlich versuchen soweit wie möglich auch Projekte weltweit einfach offen zu halten – mit privaten Spenden!

01:02:45: Und in Deutschland ist es glücklicherweise so dass gerade für Safety Children mehr und mehr Menschen davon überzeugen können uns mit mehr Spende zu unterstützen.

01:02:53: Das ist natürlich total wichtig Auch, weil es natürlich unsere Unabhängigkeit stärkt.

01:03:00: Denn die Projekte, die wir aus privaten Geldern finanzieren können, da hängen wir dann nicht von irgendwelchen staatlichen Prioritäten ab und Prioritätensetzungen sondern können uns wirklich danach richten wo wir die größten Bedarfe sehen.

01:03:15: Wie kann man sich entscheiden, wenn man sich nicht sicher ist für welche Organisation man spenden kann oder nicht?

01:03:19: Ich glaube es gibt so ein wirklich verlässliches Tool und das zu tun.

01:03:23: Das ist nach dem DZI-Siegel zu schauen.

01:03:26: also die Organisation, an die man spendet sollte das DZi Siegel haben.

01:03:30: Das steht glaub ich für Deutsche Zentralinstitut für soziale Schragen.

01:03:34: Die sagen immer nur DZE sorry!

01:03:37: Und das kann man sich auch informieren, weil da steckt schon eine Menge dahinter.

01:03:40: Um das Siegel zu bekommen muss man als NGO einfach eine ganze Menge Ansprüche erfüllen was die Berichtspflichten betrifft, was die Verwaltung der Mittel betriffe.

01:03:49: also dass wir dann ja auch als Organisation extern geprüft jedes Jahr.

01:03:53: Wir haben natürlich ein Aufsichtsrat der alle sozusagen Ausgaben etc.

01:03:58: auch prüft und abnimmt.

01:04:01: Wir haben auch auf der Webseite wirklich sehr, sehr viel Informationen zu den Projekten

01:04:06: etc.,

01:04:07: die damit finanziert werden.

01:04:08: Also jetzt E-Siegel und dann tatsächlich... Die Webseiten ist auch immer ein ganz gutes Zeichen.

01:04:13: also wenn man da das Gefühl hat ich verstehe eigentlich nicht so richtig wofür die Organisation des Geld ausgibt Das wäre dann wahrscheinlich ein schlechtes Anzeichen.

01:04:22: Da sollte man sich die Spende vielleicht nochmal überlegen.

01:04:25: Den Anspruch kann man als Spender und Spenderin ruhig haben, darf man haben an einer Organisation.

01:04:28: Dass sie sich auch über ihre Webseite wirklich relativ transparent darstellt mit dem was die Arbeit finanziert.

01:04:35: Ich glaube im Großen und Ganzen sind wir da in Deutschland aber echt gut unterwegs.

01:04:38: ich glaube es gibt viele sehr gute Organisationen.

01:04:40: Abgesehen von dem Geld finde ich sehr schön dass du das nochmal ansprichst weil es ist jetzt auch gerade echt wichtig dass sozusagen diese öffentliche Debatte Bewusstsein schärfen, zur Entwicklungszusammenarbeit.

01:04:52: Dass das halt nicht nur von den üblichen Verdächtigen, sprich von mir und vielleicht auch ein bisschen von dir kommt die sich sowieso schon für das Thema interessieren sondern dass ich tatsächlich eine breitere Öffentlichkeit mit dem Thema beschäftigt und darüber auch kommuniziert und darüber spricht und diskutiert im Bekanntenkreis über die sozialen Medien etc.

01:05:10: Es gibt viele Fehlwahrnehmungen.

01:05:12: Ich habe neulich mal gelesen Dass eine Umfrage gezeigt hat, dass der Durchschnitt der Menschen glaubt, dass zehn bis zwölf Prozent vom Bundeshaushalt für Entwicklungszusammenarbeit ausgegeben werden.

01:05:22: Aber du hast ja selbst eben gesagt das sind glaube ich nicht mal zwei Prozent.

01:05:26: Und hat zwei Prozent seit diesem Jahr?

01:05:28: Ja

01:05:29: und man sieht auch, dass die Menschen die mehr Gelegenheit hatten sich zu informieren, die mehr wissen, die sind oft deutlich aufgeschlossen gegenüber der Entwicklungs- zusammenarbeit und der Hilfe dass was auch die machen können, die jetzt vielleicht kein Geld zum Spenden haben.

01:05:46: Was ja klar ist, dass die zumindestens sich mit dem Thema befassen und das Thema ansprechen, die Gelegenheiten nutzen und nicht den vereinfachten Polemiken von weit rechtsten Glauben schenken, die behaupten, dass sei alles nur Betrug oder es ginge auf Kosten der Schulen, Radwege

01:06:09: etc.,

01:06:09: an Deutschland weil das stimmt nicht!

01:06:11: Ja, total wichtig.

01:06:13: Also Leute ihr wisst was das nächste Gespräch bei der Familienfeier beim Grillabend ist.

01:06:19: mit euren Freunden eröffnet gerne einfach mal das Gespräch über das Thema.

01:06:23: Hoffentlich konntet ihr aus dem Gespräch sehr viel mitnehmen.

01:06:25: ich konnte es auf jeden Fall und falls ihr den ein oder anderen Euro doch noch übrig habt Ich werde euch auf jeden fall safety children in den Schonels markieren.

01:06:36: Florian hat euch ja jetzt gerade auch im guten Rat gegeben, wie ihr euch informieren könnt.

01:06:40: Welche Organisation vielleicht perfekt zu euch passen könnte und welche vertrauenswürdig ist.

01:06:45: Florien, dir auf jeden Fall einen Riesendanke.

01:06:48: schön, dass du deine Zeit mit uns verbracht hast und auch ganz viel deiner Erfahrung in der Entwicklungszusammenarbeit über die letzten Jahrzehnte schon geteilt hast.

01:07:00: Vielen lieben Dank!

01:07:01: Ja, vielen Dank dir Linie für das Interesse und vielen Dank euch die ihr dazuhört.

01:07:06: Und irgendwie hoffe ich immer dass es dann so erst der Anfang von einer Unterhaltung ist und dass es immer weitere Chancen gibt sich dazu auszutauschen weil... Du hast ja gesagt, ich mache das schon eine ganze Weile in diesem Bereich aber das Schöne daran ist, dass mich das Interess nie losgelassen hat.

01:07:20: also Ich diskutiere die Themen sehr gerne und finde es auch wichtig, dass wir das tun.

01:07:25: Das ist sehr schön!

01:07:26: Vielen Dank

01:07:27: Danke.

01:07:30: Das war nun eine gute Stunde mit Florian Westphal im Raum.

01:07:36: Ich hoffe, dass ihr aus der Folge ganz viel widmen konntet – ich konnte es auf jeden Fall!

01:07:42: Noch mehr hoffe ich aber natürlich, dass wir unserem Ziel das ich uns zu Beginn der Folge gesteckt habe, zumindest ein bisschen näher kommen konnten und hoffe, daß ihr alle jetzt ein kleines bisschen besser versteht was die Entwicklungszusammenarbeit denn ist und warum sie auch wichtig isst.

01:07:59: Lasst mir auf jeden Fall Feedback da, ob wir das geschafft haben bei euch zu erreichen.

01:08:05: Und wie zu Ende auch schon besprochen mit Florian nehmt das Thema gerne mit zum nächsten Spieleabend mit Freunden oder dem Grillabend der Familie – es schadet nicht ein bisschen Bewusstsein für das Thema zu schaffen!

01:08:21: Vielen Dank fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge im Raum.

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